
Das Waldreservat Büttenen wird immer wieder von Steinschlag heimgesucht. Was auf den ersten Blick nach Zerstörung aussieht, sorgt in Wahrheit für Artenreichtum: diese natürliche Dynamik hält die sonnenexponierten Schutthänge als wertvolle Lebensräume für Wärme liebende Tier- und Pflanzenarten offen und lässt hier zwei schützenswerte Waldgesellschaften gedeihen.
Besondere Waldgesellschaften...
Sowohl für den Zwergbuchs-Fichtenwald wie auch für den Typischen Seggen-Buchenwald trägt der Kanton Glarus eine besondere Verantwortung. Beide Waldgesellschaften gedeihen auf Büttenen und sind typisch für sonnenexponierte Kalkfelshänge der niederschlagsreichen Nordalpen. In Föhntälern wie dem Glarnerland bilden sie artenreiche Lebensgemeinschaften: Neben Fichte und Buche wachsen hier auch Mehlbeere, Vogelbeere, Föhre und andere Baumarten. Zahlreiche Sträucher gedeihen in diesen Licht durchfluteten Wäldern und in der Krautschicht finden sich neben Seggen auch viele Orchideen.
...und viele Schmetterlingsarten
Sagenhafte 46 Schmetterlingsarten wurden in diesem eher unzugänglichen Gebiet entdeckt. Jetzt im September fallen das Ochsenauge, der Kaisermantel und verschiedene Bläulinge besonders auf. Aber auch der seltene Apollo ist hier zu Hause. Alle diese Arten profitieren von der Lebensraumvielfalt: Immer wieder grenzen Waldflächen, kleine Magerwiesen, offene Steinschlagschneisen und Büsche aneinander und sorgen für zahlreiche Übergänge zwischen diesen verschiedenen Lebensräumen. Von solchen Saumstrukturen profitiert zum Beispiel der Grosse Perlmutterfalter. Doch nicht nur Schmetterlinge fühlen sich im Reservat Büttenen wohl. Von besonderer Bedeutung ist das Gebiet auch für die Erdkröten des Klöntalersees: Bis zum nächsten Laichgeschäft im Frühling finden sie hier einen geeigneten Landlebensraum.
Steinschlag unterstützt Pflege
Im oberen Hangbereich ist Büttenen heute ein Wald-Totalreservat. Steinschlag sorgt hier auf natürliche Weise für die Offenhaltung der sonnenexponierten Flächen, so dass auf Pflege-Eingriffe verzichtet werden kann. Im weiter unten gelegenen Sonderwaldreservat sind hingegen gezielte Massnahmen zur Erhaltung der Artenvielfalt nötig: Mit Auflichtungen werden zum Beispiel besondere Waldstrukturen mit Tot- und Altholz, gestuften Waldrändern, offenen Flächen und Gebüschen gefördert. Zudem müssen Sommerflieder und Goldrute bekämpft werden, da diese Neophyten das Gebiet zu überwuchern drohen.
Für weitere Informationen
Ein Infoblatt mit weiteren Angaben zum Waldreservat Büttenen kann bezogen werden beim Naturzentrum Glarnerland, Bahnhofsgebäude, 8750 Glarus
Di-Fr 14.00-17.30 Uhr, Sa 10.00-12.00 Uhr
Email: info no.spam@remove.me naturzentrumglarnerland.ch, Telefon: 055 622 21 82
Homepage: www.naturzentrumglarnerland.ch
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