
Im Jahre 2006 wurde der erste Spatenstich getätigt. Schon freuten sich alle auf einen neuen schönen Flughafen.
Wie heisst es so schön: «Vorfreude ist die schönste Freude.» Und die Vorfreude dauert und dauert. Immer wieder musste der Eröffnungstermin verschoben werden. Dies ist bei grossen Projekten eigentlich nichts Ungewöhnliches. Doch langsam wurde man doch etwas nervös. Am 30. Oktober 2011 sollte der erste Flieger starten. Doch noch war weit und breit kein Flugzeug zu sehen.
«Wir sind etwas im Verzug», hiess es auf der planerischen Seite.
«Aber im März 2012 ist es dann endlich so weit.»
Alle freuten sich wieder. Vorfreude ist ja, wie schon gesagt, die schönste Freude. Und die Eröffnungsfeier wurde geplant. Jedoch drei Wochen vor dem Termin hiess es dann schon wieder «stop!».«Es gibt noch einige kleinere Probleme.»
Und so ging und geht es unaufhörlich weiter. Es wurde verschoben und wieder verschoben. Keiner weiss so richtig Bescheid. Alle geben sich gegenseitig die Schuld und fliegen tut noch gar nichts. Könnte auch nicht. Denn, obwohl noch kein einziges Flugzeug auf der neuen Piste gelandet ist, zeigt sie schon Schäden auf. Auweia!
Die Chefs wurden ausgetauscht und es wurde wieder viel geredet und wieder viel geplant. Doch so richtig Bescheid wussten auch die neuen nicht. Und es wird immer teurer. Statt der einmal vorgesehenen 1,7 Mrd. sind es bis heute 4,3 Mrd. und ein Ende ist nicht in Sicht.
«Arm aber sexy», so preist sich Berlin auf seiner offiziellen Webseite an. Kein Wunder.
Wann nun der erste Flieger starten wird, ist höchst ungewiss. Die einen sagen Ende 2014, die anderen 2015. Sicher ist nur eines. Das Denkmal, das sich diese Stadt mit diesem Flughafen setzen wollte, ist gründlich in die Hose gegangen. Ob sich Willy Brandt, dessen Namen er trägt, freuen wird, ist fraglich. Wer will schon an ein Fiasko erinnert werden.
Hat man anfangs die Verantwortlichen noch ernst genommen, lacht man nun darüber. Auf der ganzen Welt liest man in den Zeitungen über das Unvermögen der Planer.
Und das nicht zu unrecht. Der neue BER sollte grosszügig und modern werden. Doch nun hat man festgestellt, er ist jetzt schon zu klein. Die gesamte Entrauchungsanlage funktioniert auch nicht, es hat zu wenig Check-in-Schalter, zu wenig Gepäckbänder, zu wenig Platz für die Passagiere. Die Fehlerliste ist endlos. Über 1500 Bäume wurden am falschen Ort gepflanzt und mussten wieder entfernt werden. Die Zufahrtstrassen sind zu eng. Ein Verkehrschaos ist schon vorprogrammiert.
Nun, was lernen wir aus dieser Geschichte? Ich weiss es eigentlich auch nicht. Nur eines ist gewiss: Wenn sie noch nicht fertig sind, dann bauen sie noch heute.
In diesem Sinne
Martin C. Mächler
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