100 Jahre Ferienheim Saggberg Glarus

Lehrerschaft und Schulrat haben ein wunderschönes Fest organisiert und Jung und Alt honorierte die grossen Anstrengungen mit ihrem Besuch, zumal das Wetter nicht besser hätte sein können.



Festtag mit vielen Besuchern
Festtag mit vielen Besuchern

Schätzungsweise an die tausend Gäste kamen im Laufe des Tages zu Fuss, mit dem Velo oder mit dem Shuttlebus, um der Einladung zum 100-Jahre-Jubiläum des Ferienheims Saggberg Folge zu leisten.
Weshalb kamen so viele? Ein vielseitiges Programm für alle wurde geboten, man konnte sich ausreichend und gut verpflegen, das Wetter war wunderschön und ein Hauptgrund war wohl auch etwas Nostalgie, denn das Ferienheim spielte und spielt für Glarner Eltern und Grosseltern, aber auch für die Schüler von heute eine Rolle,. sei das nun als Teilnehmer der „Ferienkolonie“ während der Sommerferien oder im Rahmen eines Klassenlagers.

Man musste mindestens ein Kilo schwerer sein

Wer in den Nachkriegsjahren als Lagerteilnehmer auf den Saggberg stieg, man fuhr natürlich nicht, wurde am Lageranfang gewogen und beim Lagerschluss ebenfalls. Wichtig war dabei, dass man zugenommen hatte, man wurde gewissermassen „aufgefüttert“. Auf alten Fotos ist klar ersichtlich, dass unsere damalige Jugend noch richtig schlank war, Übergewichtige gab es kaum. Der Bewegungsdrang kannte dannzumal kaum Grenzen. Dabei war das Essen sehr einfach, “ä Mögga Brot und Chäs und Gaggo“ gab’s zum Frühstück, nur am Sonntag wurde ein Röllchen Butter und Konfitüre serviert. Am ersten August gab es nach dem Abbrennen des Feuers ein Schälchen mit gebrannter Crème, das war ein Festessen. Man ass alles, was auf den Tisch kam, weil man schlicht Hunger hatte vom Hütten bauen, Verstecken und „Fangis“ spielen.

Vom Festakt bis zum „Luigit vu Berg und Tal“

Schulpräsident Walter Lüssi verlas beim eigentlichen Festakt die Bedingungen, die 1909 zur Teilnahme an der Ferienkolonie gestellt wurden. Eine Werktags- und eine Sonntagskleidung gehörten unter anderem dazu, genagelte Schuhe, einen Schirm und drei Kragen. Lüssi betonte in seiner launigen Ansprache den positiven Wert des Ferienheims für Schüler und Lehrer in der Vergangenheit, der Gegenwart und auch in Zukunft. Jedenfalls wurde das Gebäude dazumal so stabil erstellt, dass es noch viele viele Jahre aushalten wird.

Dann ging’s los mit dem Unterhaltungsprogramm. Väter, Lehrer, Schulräte und Prominente spielten gegeneinander Fussball, die Prominenten, darunter Regierungsrat Andrea Bettiga, immerhin auch einmal ein Zweitliga Fussballer, verloren gegen die Lehrer erst im Penaltyschiessen. Anschliessend unterhielt Salvo die Kinder in seiner unnachahmlich, mitreissenden Art und Weise, die Schüler zeigten ihre Produktionen, eine Videoshow „von Früher“, Tänze und offenes Singen gehörten dazu. Sehr gut kam Max Lässer mit seiner Band an, weil er die richtige Art Musik am richtigen Ort machte. An die Kinder wurde auch gedacht, indem für sie verschiedene Attraktionen geboten wurden. Schliesslich lud ein ad hoc gebildetes „Lehrerchörli“ zum Mitsingen alter und zum Teil vergessener Lieder ein, die man dazumal auf der Treppe des Ferienheims gesungen hat, bevor es „ab in die Federn“ ging.
„Luigit vu Berg und Tal“, das war für uns das schönste Lied. Wer dabei war, kann sich sicher noch daran erinnern.