2. Leseprobe von "Henry J. Russel's Gestohlene Freiheit"

glarus24 präsentiert einen zweiten Auszug aus dem neuen Roman von Martin C. Mächler, dem Thriller "Henry J. Russel's Gestohlene Freiheit".



2. Leseprobe von "Henry J. Russel's Gestohlene Freiheit"

Feldmann war am Verzweifeln. Alle Bemühungen, die drei Flüchtigen zu finden, waren bis jetzt erfolglos geblieben. Niedergeschlagen sass er in seinem Büro. Sein Ego wollte nicht zugeben, dass er es nicht geschafft hatte. Er war ein Versager. Und das kränkte ihn. Er nahm den Hörer und wählte langsam Bellemonts Nummer. Als sich Bellemont meldete, musste Feldmann zuerst tief durchatmen, bevor er sprechen konnte.

„Hier ist Sergeant Feldmann vom Sanatorium. Mr. Bellemont, wie soll ich sagen, da gibt es ein kleines Problem.“

„Was für ein Problem?“

„Die drei Gefangenen sind entkommen. Und es ist uns leider nicht gelungen, sie wieder zu inhaftieren. Sie können mir glauben, wir haben alles Menschenmögliche unternommen, um sie zu finden.“

„Sagen sie das nochmals. Habe ich Sie richtig verstanden? Blake ist entkommen?“

„Ja, Sir.“

„Wie um alles in der Welt ist das möglich? Himmel! Das ist eine Katastrophe!“

Feldmann erstattete Bellemont einen kurzen Lagebericht.

„Was seid ihr doch für unfähige Idioten dort oben? Verflucht noch mal! Wissen Sie eigentlich, was das heisst? Nein, das können Sie nicht wissen, Sie sind ja zu blöd dazu. Zu blöd, um zusammen mit einer halben Armee drei unbewaffnete Männer mitten in der Wüste zu bewachen. Das glaube ich einfach nicht!“

Bellemonts Kopf lief vor Wut rot an.

„Warum haben Sie mich nicht sofort angerufen, Sie Idiot? Das wäre Ihre verdammte Pflicht gewesen!“

„Ich habe geglaubt, dass wir das selber in den Griff kriegen.“

„Mir fehlen die Worte! Himmel noch mal! Seit mehr als einem Tag sind die jetzt schon verschwunden. Und dann haben Sie die Nerven, mich seelenruhig anzurufen und mir zu sagen, dass sie ein ‚kleines Problem‘ hätten? Sie haben wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank!“

Bellemont knallte den Hörer auf die Gabel und schlug mit seiner Faust auf den Tisch. Er musste jetzt sofort handeln. Jede Minute zählte. Er rief den Leiter der Einsatzgruppe, der sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls im Haus befand, zu sich.

„Hören Sie zu. Es ist ein Notfall eingetreten. Alle Personen, die an der Sache Russel beteiligt sind, werden unverzüglich festgenommen und ins Sanatorium gebracht. Bis sie mit den Leuten dort eintreffen, habe ich die Versagertruppe dort oben ausgewechselt. Sie sind persönlich für diesen Einsatz verantwortlich. Setzen Sie alle Hebel in Bewegung. Sie bekommen jegliche Unterstützung.“