275 Millionen Jahre Erdgeschichte ganz kompakt

Der Steinlehrpfad bei Naturstein Knobel in Schwanden wurde gründlich umgestaltet und saniert. Der Ort mit einer Feuerstelle bietet unmittelbar neben dem Schwimmbad Einblick in die einzigartige Glarner Geologie.




Die Glarner Hauptüberschiebung hat vor gut 11 Jahren im Rahmen der Tektonikarena Sardona den Ritterschlag erhalten und wurde zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt. Sie ist aber nicht das einzige, welches die Glarner Steinwelt einmalig und für Geologen so faszinierend macht, schwärmte Geologe Marc Feldmann. «Die Glarner Geologie ist einmalig in der Schweiz und bietet Phänomene, die es nur in unserem Kanton gibt.» Dazu gehört auch, dass vom Walensee bis zum Tödi in einer so kleinen Fläche fast 300 Millionen Jahre Erdgeschichte abgedeckt wird. Das Ganze geht nun aber noch auf einer deutlich kleineren Fläche: im Glarner Steinpfad in Schwanden, der am letzten Dienstag den Medien präsentiert wurde. «Bereits vor 25 Jahren hat unser Vater den Ursprung des Pfades neben unserem Unternehmen gelegt», erklärte dazu Hansueli Knobel, von der Geschäftsleitung der Firma Knobel AG, Schwanden. Mit dem Aufbau der Tektonikarena Sardona wurde auch eine Überarbeitung des Gemeindelandes neben dem Unternehmen geprüft. «Das ursprüngliche Projekt war aber einfach überdimensioniert und sicher nicht im Sinne unseres Vaters.» Umso mehr freut sich Knobel über das nun realisierte Projekt. «Eigentlich wollte ich mich an den Kantonsgrenzen orientieren, aufgrund des beschränkten Platzes haben wir uns aber auf die Flussläufe konzentriert», erklärte dazu Marc Feldmann Inhaber von geo-life, Glarus. Dies sei sogar noch passender, da sich früher die Geologen auch zuerst an den Flüssen aufgehalten haben, um so schnell zu sehen, welche Steine im Gebiet vorhanden sind. Mit Kopfsteinpflaster sind nun die Gewässer Walensee, Linth, Sernf und Löntsch symbolisch aufgezeichnet und rund um diese Wege stehen grosse Brocken für die spezifischen Gesteine. Anhand des angebrachten QR-Codes kann über das Smartphone die gewünschte Information schnell und einfach abgerufen werden. «Es soll möglich sein, die Glarner Geologie für sich alleine erleben zu können, aber vor allem für Schulklassen sind Führungen angedacht.» Auch für die Gemeinde sei der Pfad ein neues Bijoux, freute sich Werner Rhyner, Departementsleiter Gesellschaft und Sicherheit. Er bedankte sich an der Präsentation der verschiedenen Erneuerungen bei den vielen Sponsoren, aber vor allem auch bei Jack Hefti, Leiter Werkdienst Schwanden, und den Lehrlingen der Gemeinde Glarus Süd. Diese haben nämlich in gut drei Wochen unter anderem die Pflastersteine, aber auch die neue Familienfeuerstelle errichtet. «Begrüssenswert ist sicher, dass hier mit dem zusätzlichen Brunnen der schöne Ort gleich neben dem Schwimmbad so von der Bevölkerung intensiv genutzt werden kann», betonte Gemeindepräsident Mathias Vögeli. Die Gemeinde werde zudem mit dem Unterhalt der Infrastruktur dafür sorgen, dass der Glarner Steinpfad den Besucherinnen und Besuchern auch in Zukunft viel Freude bereiten wird.