Johnson und O‘Brien sassen immer noch gemütlich im Sushiboat und genossen das vorzügliche Essen. Vor ihnen hatten sich schon einige Teller angesammelt. Am Ende jeden Besuchs wurden die Teller gezählt und dementsprechend abgerechnet. Die beiden dachten allerdings bei weitem noch nicht ans Zahlen, sondern nahmen sich nach wie vor einen Teller nach dem anderen von den Holzbooten.
„Sie wissen nicht, wie sehr ich Sushi mag“, sagte O`Brien, „Ich bin fast jede Woche einmal hier. Es sind die besten weit und breit.“
„Sie sind wirklich gut“, bemerkte Johnson, „Nur habe ich leider nicht so oft die Möglichkeit, Sushi zu essen. Meine Familie macht sich nichts daraus. Aber wenn immer ich dazu komme, geniesse ich es. Zudem kann ich mich heute auf diese Art etwas ablenken, da ich so nicht permanent an unsere Probleme denken muss. Es war eine gute Idee von Ihnen, hierher zu kommen.“
Johnson hatte gerade wieder eine Portion zwischen seine Stäbchen genommen, als sein Mobiltelefon klingelte. Dies erschreckte ihn so, dass ihm sein Sushi von den Stäbchen rutschte, in das Schälchen mit der Sojasosse fiel und ihm das blütenweisse Hemd verspritzte. Er fluchte leise, nahm das Telefon aus seiner Jackentasche und meldete sich.
„Hier Johnson!“
„Guten Abend, Mr. Johnson. Ich hoffe ich störe Sie nicht. Ich glaube, wir haben etwas Wichtiges miteinander zu besprechen.“
„Mit wem spreche ich?“
„Das ist unwichtig. Wichtig ist nur, dass wir uns bald treffen können. Ich bin mir sicher, dass es auch in Ihrem Interesse sein könnte, wenn sich die Probleme der Sancalmed bald lösen würden.“
Johnson begriff sofort, worum es bei diesem Anruf ging. Er deutete O’Brien an, dass er nun denjenigen Anrufer, welchen sie bereits erwartet hatten, in seiner Leitung hatte. O’Brien rief umgehend die Zentrale an, damit diese den Anruf so schnell wie möglich weiterverfolgen könnten. Gleichzeitig signalisierte er Johnson, dass er so lange wie möglich mit dem mysteriösen Anrufer sprechen solle.
„Entschuldigen Sie, aber ich weiss nicht, wovon sie sprechen. Was habe ich mit dieser Sancalmed zu tun?“
„Ich glaube, das muss ich Ihnen nicht erklären. Ich werde Sie in wenigen Minuten noch einmal anrufen und dann werden Sie mir einen Treffpunkt nennen. Und ich glaube auch, dass Sie nun Ihren Koffer packen sollten, denn Sie werden einen kleinen Ausflug an die Westküste, genauer gesagt nach San Francisco, machen müssen.“
Und dann war die Leitung unterbrochen.
„Verdammt, das war zu kurz!“, sagte O’Brien, „Sie müssen ihn länger in der Leitung halten.“
„Das weiss ich. Und der Anrufer wahrscheinlich auch. Aber was mich allerdings im Moment viel mehr interessiert, ist, wie die an meine private Mobiltelefonnummer herankommen. Teufel nochmal! Diese Nummer kennen nur ganz wenige Leute. Das gefällt mir gar nicht.“




