30 Jahre – Neues aus Seoul

Am 9. August 2016 war es so weit. Wir feierten den 30. Hochzeitstag. Und das in einer eigentlich ungewohnten Umgebung. Hätte uns damals auf dem «Bürgli» jemand gesagt, dass wir unseren 30. Hochzeitstag in Seoul feiern würden, wäre er für übergeschnappt erklärt worden.

30 Jahre verheiratet. Und davon 25 Jahre im Ausland unterwegs.

 




Aber wie das Leben so spielt. Man weiss nie wie es kommt. Und bei uns kam es etwas anders. Viel haben wir in dieser Zeit erlebt. Oft auch daran gezweifelt, ob es das Richtige war. Und immer wieder kamen wir zum selben Ergebnis. Ja es war das Richtige.

Nicht immer war es leicht. Nicht immer schien nur die Sonne. Doch wir wussten immer was zu tun war. Ich glaube ein bisschen stolz dürfen wir sein. 30 Jahre sind ja bei Leibe kein Pappenstiel.

Und doch kommt es einem kurz vor. Als wäre es gestern gewesen, als wir frohen Schrittes zum «Bürgli» hinaufschritten. Jung und voller Tatendrang. Heute müssen wir etwas mehr schnaufen. Und die Abenteuerlust ist auch nicht mehr so gross.

Doch wir bereuen keinen einzigen Tag. Es ist, als musste alles so kommen. Nur so konnten wir all die Höhen und Tiefen überstehen. Und dafür sind wir dankbar.

In all den Länder, in denen wir waren, haben wir so viel erlebt und durchgemacht. Das hat uns zusammengeschweisst.

Heutzutage gibt man in einer Partnerschaft viel zu schnell auf. Läuft mal was nicht genauso wie man es plante, wirft man das Handtuch. Wie oft hört man den Spruch «Wir haben uns auseinandergelebt».

Wie kann man sich auseinanderleben? Ich weiss es nicht.

Für mich ist eine intakte Partnerschaft eine tägliche Herausforderung. Auch nach nunmehr 30 Jahren arbeiten wir immer noch daran. Vor allem wenn man wie wir, seit 25 Jahren in der Welt draussen leben.

Es gibt schwierige Entscheidungen zu treffen. Man muss sehr oft Kompromisse eingehen. Und man muss sie miteinander tragen.

Ich denke, es waren genau die Herausforderungen, denen wir uns gestellt haben, die uns zusammengeschweisst haben. Wir waren aufeinander angewiesen und sind es heute noch. Nur so konnten wir es meistern. Stolz und Freude erfüllt uns.

Wer nun aber denkt, dass wir eine grosse Feier veranstaltet haben, der irrt.

Esther hat wie jeden Tag gearbeitet. Und ich bin auch meinen täglichen Verpflichtungen nachgegangen. Zum Abendessen gab es Fisch mit Salzkartoffeln und Salat.

Ein ganz normaler Tag in einem (nicht immer) ganz normalem Leben.

Die nächsten vier Wochen werden wir im Glarnerland verbringen. Und sollten sie uns dann sehen, und wir haben ein Lächeln auf dem Gesicht, dann wissen sie woher es kommt.

In diesem Sinne.
Ihr Martin Carl Mächler