50-Jahr-Jubiläum der Grundsteinlegung der Fridolinskirche Glarus

Am kommenden 23. September 2012 feiert die Kath. Kirchgemeinde Glarus-Riedern-Ennenda das 50-Jahr-Jubiläum der feierlichen Grundsteinlegung der Fridolinskirche. Dieser Festtag ist für die Katholiken von Glarus Grund, um Rückschau zu halten, aber auch, um dankbar zu sein.



50-Jahr-Jubiläum der Grundsteinlegung der Fridolinskirche Glarus. (Bild: jhuber)
50-Jahr-Jubiläum der Grundsteinlegung der Fridolinskirche Glarus. (Bild: jhuber)

Das Jahr 1962 war das Eröffnungsjahr des II. Vatikanischen Konzils, diese grosse Kirchenversammlung öffnete den Weg in die Moderne der Gesamtkirche. Dieses vom Aufbruch geprägte Gedankengut ermöglichte es nicht nur dem damaligen Kirchenrat den Bau zu initiieren, sondern auch das ganze Bauprojekt voranzutreiben und zu realisieren.

Damals kamen an der Nordwestecke des Gerichtsgebäudes, welche für Grabungen freigelegt wurde, Tuffsteinquader zum Vorschein, welche zum Turm der ursprünglichen katholischen Kirche gehörten. Diese Kirche fiel dem Brand von 1861 zum Opfer. Einer dieser Quadersteine wurde als Grundstein verwendet.

Die Publikation von Dr. German Studer und Fridolin Jakober-Guntern, welche 1993 im Baeschlin Verlag erschienen ist, gibt detailliert Auskunft über die Projektierung und die nach zähen Verhandlungen möglich gewordene Realisierung dieses modernen Kirchenbaus.

Ein kurzer Ausschnitt aus dieser Publikation soll dem heutigen Leser einen Einblick in die damaligen Ereignisse geben: Die Glarner Katholiken begaben sich nach dem Hochamt vom Sonntag, 1. April 1962, zum Tschudigut. Dort erfolgte der erste Spatenstich. Am 23. September 1962 fand die feierliche Grundsteinlegung statt. Die Bauarbeiten konnten beginnen und nahmen trotz früh einsetzendem Winter und spätem Frühlingsbeginn ihren planmässigen Fortgang. Die Gründung einer Kunstkommission folgte. Diese befasste sich mit der Ausschmückung der Kirche und hatte sich nicht nur mit der heimischen Opposition zu befassen, sondern musste auch die Entscheide des II. Vatikanischen Konzils abwarten, denn der Standort des Tabernakels war von diesen Beschlüssen abhängig.

Im Juni 1962 lehnte die Kirchgemeinde den Wunsch der bischöflichen Kurie ab, die im Bau befindliche Kirche und die Annexbauten in eine kirchliche Stiftung zu überführen. Die ausserordentliche Kirchgemeinde vom 25. November 1962 nahm den Vertragsentwurf zwischen der Hilarius-Stiftung und der Kirchgemeinde mit einigen Änderungen an, sodass die rechtliche Stellung der Fridolinskirche mit dem Eintrag ins Grundbuch festgelegt werden konnte. Die neue Fridolinskirche und die Annexbauten sind Eigentum der Katholischen Kirchgemeinde Glarus-Riedern-Ennenda.

Wer die Fridolinskirche heute betritt, sieht in diesem geweihten Raum sakrale Kunst, welche die moderne Architektur untermalt und hervorhebt, aber nicht konkurrenziert. Im Zentrum des Chores steht der Altartisch aus hellem Travertin, vorangestellt auf je einer Seite, der Ambo und der Tabernakel. Das einfallende Licht sowie der Blick der Gläubigen wird durch einen Fensterkranz geschickt zum Chorraum gelenkt. Das Holzkreuz, über dem Altar angebracht, zeigt silbrig schimmernd den Corpus Christi. Abgerundet wird der Chorraum durch die geschwungene Kommunionbank. Der Tabernakel und die Kerzenständer wurden vom Altstätter Kunstschlosser Hasler gefertigt. Das Farbe spendende Glasfenster im Chor wurde von Ferdinand Gehr, dem wichtigsten sakralen Künstler des 20. Jahrhunderts, gefertigt. Er machte dieses Fenster, welches den auferstandenen Christus nach den Visionen des Jesaja darstellt, der Kirchgemeinde zum Geschenk.

Heute bedeutet Kirche sein mehr denn je, sich den Herausforderungen der Zeit zu stellen. Die Aufgaben, welche die Kirche für den Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft wahrnimmt, sind und bleiben wichtige Elemente, um den Glauben und die Menschlichkeit in die Zukunft zu tragen. Um diese vielfältigen kirchlichen Aufgaben auch in Zukunft wahrnehmen zu können, ist es wichtig, dass alle Akteure einer Kirchgemeinde und einer Pfarrei sich nicht nur über ihr bauliches Erbe freuen und bewusst sind, sondern sich auch ihrer gesellschaftlichen Verantwortung für die kommenden Generationen stellen.