70 verdienstvolle Wehrmänner der Schweizer Armee entlassen

Ein Oberleutnant sowie 69 Unteroffiziere und Soldaten wurden vergangenen Freitagnachmittag anlässlich einer denkwürdigen und für alle Teilnehmer nachhaltig in Erinnerung bleibenden Entlassungsfeier von der Dienstpflicht für die Schweizer Armee befreit. Brigadier Germaine J.F. Seewer und Landammann Dr. Andrea Bettiga würdigten die grossen Verdienste der Wehrmänner für unser Vaterland.




Am letzten Freitagnachmittag herrschte in- und ausserhalb des Zeughauses in Glarus ein emsiges Treiben, Kommen und Gehen. Soldaten im schmuckem Ausgangstenü und bunten Kampfanzügen, mit Waffe, Rucksack und Effektensack schwer beladen, warteten auf ihren letzten militärischen Einsatz. Der Tagesbefehl auf dem letzten Aufgebot der Schweizer Armee lautete kurz und bündig: «Abgeben». Mitarbeiter der Hauptabteilung Militär und Zivilschutz waren eifrig daran, Ausrüstungsgegenstände, Uniformen, Kampfanzüge, Sturmgewehre und Pistolen entgegenzunehmen. «Was wetsch nuch bhaltä», war die viel gestellte Frage. Gefragt waren vielfach kleinere Ausrüstungsgegenstände wie Gamelle, Essbesteck, Trinkflasche, dafür eher weniger die persönliche Waffe. Die gut organisierte Abgabe im Zeughaus verlief jedenfalls wie am Schnürchen., sodass die 70 Wehrmänner pünktlich um 16 Uhr im Saal des Brauereigasthofs Adler in Schwanden durch Kreiskommandant Major Walter Rhyner bei Landammann Dr. Andrea Bettiga gemeldet werden konnten.

Ein denkwürdiger Tag im Zeichen des Dankes

Das «Abgeben» ist seit jeher ein ganz spezieller und denkwürdiger Tag für alle Angehörigen der Schweizer Armee, die am Ende des 10. Kalenderjahres nach Beförderung zum Soldaten ihren Dienst für das Vaterland wohl oder übel quittieren müssen. Es ist also nicht mehr der Jahrgang für die Entlassung massgebend! So erging es auch den 69 Unteroffizieren und Soldaten sowie dem einzig anwesenden Offizier. Im Beisein von Vertretern kantonaler und kommunaler Behörden, unter ihnen Landammann Dr. Andrea Bettiga, Landratspräsident Dr. Peter Rothlin und Glarus Süd-Gemeindepräsident Mathias Vögeli sowie ranghohen Militärs, unter ihnen die vom Grad her höchste Frau der Schweizer Armee Brigadier Germaine J.F. Seewer (wurde vom Bundesrat erst kürzlich zum Divisionär befördert) konnte Kreiskommandant Major Walter Rhyner die Teilnehmer im Saal des Brauereigasthofs in Schwanden herzlich begrüssen. Für den musikalischen Background sorgte der Glarner Trompeterverein unter Spielführer Markus Rhyner. Ein bewegender Moment erlebten die Wehrmänner bei Abspielen der Nationalhymne. Ich müsste mich schwer getäuscht haben, nicht gesehen zu haben, dass der eine oder andere ein letztes Mal in strammer Achtungsstellung ein kleines Tränchen aus den Augen gewischt hatte. Ein weiteres Highlight war die Überreichung des obligaten Militär-Sackmessers mit spezieller Prägung, worauf geschrieben steht: «Als Anerkennung – Militärdirektion Glarus».

Worte des Dankes und der Anerkennung

Die Entlassungsfeier ist zugleich ein Tag im Zeichen des Dankes und der Anerkennung für alle Angehörige der Schweizer Armee, die ihren langjährigen, wertvollen Dienst für das Vaterland quittieren müssen. Sowohl Landammann Dr. Bettiga als auch die höchste Frau der Schweizer Armee, Brigadier Germaine J. F. taten dies in einfühlsamen und anerkennenden Worten. Soldat Michael Vögeli schwelgte in seinem Kurzvortrag in Erinnerung an glorreiche vergangene Diensttage in der Schweizer Armee. «Abschied ist ein bisschen wie sterben», heisst es im Lied von Katja Ebstein. So weit wollen wir aber nicht gehen. Ganz im Gegenteil: Fröhlich und in aufgeräumter Stimmung nahmen Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten Abschied von liebgewonnenen Kameraden, mit denen man während vielen Jahren Freud und Leid in der Armee geteilt hatte. Gemeinsam zog man am selben Strick. Sinnvolle und zugegeben manchmal auch weniger sinnvolle Befehle von Vorgesetzten wurden ohne oder höchstens mit leichtem Murren umgesetzt, stets aber das eine Ziel vor Augen, unserer Bevölkerung und unserem Vaterland zu dienen.

Zurück bleiben viele Erinnerungen

Nun ist der Tag, auf den sich wohl die meisten der anwesenden Wehrmänner gefreut, einige wenige vielleicht sogar gefürchtet hatten, unwiderruflich vorbei. Zurück bleiben viele Erinnerungen – gute und böse? Die Guten werden erfahrungsgemäss überwiegen! Mit einem lachenden, da und dort aber bestimmt auch mit einem weinenden Auge erinnert man(n) sich gerne an vergangene Zeiten als Offizier und Soldat in der Armee, an gemeinsame unvergessliche Stunden, von denen man immer wieder gerne erzählen wird und nicht zuletzt an tolle Kameraden, mit denen man auch nach dem Militärdienst ein Leben lang verbunden sein wird.