Absage Gemeindeversammlung Glarus Süd vom 18. Juni

Die vom Bundesrat ausgerufene ausserordentliche Lage zur Eindämmung des Coronavirus mit den derzeit geltenden Schutzmassnahmen lassen die Abhaltung der Gemeindeversammlung vom 18. Juni 2020 nicht zu.



Der Gemeinderat hat das weitere Vorgehen beraten und beschlossen, die Gemeindeversammlung vom 18. Juni 2020 abzusagen und nur die Gemeindeversammlung vom 19. November 2020 mit Beginn um 19 Uhr abzuhalten. Dieser Beschluss gründet in der Ungewissheit, ab welchem Zeitpunkt die Distanzregeln sowie das Versammlungsverbot ab fünf Personen vom Bundesrat gelockert werden. Damit dringende Geschäfte, die der Frühjahresgemeindeversammlung zur Abstimmung vorgelegt worden wären, im zeitlichen Verlauf nicht gehindert werden, hat der Gemeinderat zwei Dringlichkeitsbeschlüsse gefasst, die im Amtsblatt des Kantons Glarus bekannt gemacht werden. Die Jahresrechnung der Gemeinde, der Technischen Betriebe, der Alters- und Pflegeheime und der Entwicklungsstiftung mit Beilagen sowie das Memorial im Entwurf mit sämtlichen Traktanden und den Stellungnahmen der Geschäftsprüfungskommission sind auf der Homepage der Gemeinde Glarus Süd unter www.glarus‑sued.ch/Politik/Gemeindeversammlungen/2020 einsehbar oder können bei der Gemeinde angefordert werden. 

Geschäfte und Dringlichkeit:

Der Zeitraum der Ausführung beider Projekte ist mit dem örtlichen Gewerbe terminiert, weshalb die Verschiebung dieser Geschäfte auf die Gemeindeversammlung im November 2020 um ein Jahr verzögert.

Brunnenstubenneubau und Quellfassung Fruttmatt in Linthal, Genehmigung eines Verpflichtungskredites von 745 000 Franken (inkl. MwSt.)

Die Quelle Fruttmatt an der Klausenpassstrasse in Linthal versorgt einen grossen Teil des Dorfes Linthal mit Trinkwasser. Die Brunnenstube ist in einem sehr schlechten baulichen Zustand und muss ersetzt werden. Das Wasser von der Fruttmattquelle stammt aus einem Karstgebiet (zerrissene Kalkfelsen), woraus folgt, dass die Quelle auf Niederschläge sehr schnell anspricht. Dieser eher ungünstigen Voraussetzung für die Trinkwassernutzung kann entgegengehalten werden, dass diese Quelle auch bei Trockenheit sehr lang eine hohe und gleichmässige Menge Wasser liefert. Bei Starkniederschlägen kann die Ableitung der Brunnenstube das anfallende Wasser nicht aufnehmen. Das überschüssige Wasser staut sich in der Brunnenstube und fliesst über den Einstiegsschacht ins Freie. Dies hat schon mehrmals zu sehr kritischen Situationen geführt. Zusammen mit Schnee kann sich schnell ein Rutsch bilden, der sich auf die darunterliegende Klausenpassstrasse ergiesst, oder weiter über das Gelände abfliesst, wo es zu Hangmuren oder zu Nassschneerutschen führen kann. Mit hohem personellem Einsatz und mit Glück konnten bis heute grössere Schäden vermieden werden. Die eher kurze Verweildauer von Niederschlägen und Schmelzwasser im Boden kann relativ rasch zu Trübungen des Quellwassers führen. In der Folge kann die UV- Entkeimungsanlage nicht mehr die gewünschten Leistungswerte erzielen, was zu Qualitätsproblemen führen kann. In solchen Fällen muss die Situation vor Ort überwacht und falls nötig der Trinkwasserbezug gestoppt werden. In solchen Fällen erfolgt der Bezug der benötigte Trinkwassermenge für das Dorf Linthal aus anderen Netzen. Mit der Sanierung und Automatisierung der Brunnenstube Fruttmatt wird zusätzlich ein hohes Mass an Sicherheit bezüglich der Trinkwasserqualität erreicht. Anhand von fix eingestellten und gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten werden diese Abläufe künftig von einer Fernwirkanlage (Steuerung) vorgenommen.

Stallneubau und Hüttenanbau Alp Guetbächi Mittelstafel in Linthal, Genehmigung eines Verpflichtungskredites von 845 000 Franken (inkl. MwSt).

Bereits seit längerer Zeit ist bekannt, dass der Stall im Mittelstafel der Alp Guetbächi weder den Gesetzgebungen des Tierschutzes noch jenen des Gewässerschutzes genügen. Die Vorgaben des Tierschutzes für Rindviehhaltung in Alp- und Weideställen für die sogenannten «Klammermasse» müssten bereits seit dem Jahr 2013 erfüllt sein, auch die Dichtigkeit der schlechten Güllengrube ist seit Jahren Thema und wurde nur geduldet, weil ein Projekt in Erarbeitung war. In dieser Projektarbeit mit diversen Kostenschätzungen ist der Gemeinderat zum Ergebnis gelangt, anstelle einer kostenintensiven Sanierung des Stalles, einen Neubau zu erstellen. Auch in der Hütte sind Anpassungen vorzunehmen, damit die Vorgaben der Lebensmittelhygiene eingehalten werden können, insbesondere der direkte Zutritt zur Käserei aus dem Freien sowie die fehlende Einrichtung zur Reinigung der Melkutensilien müssen behoben werden. Dem Manko des direkten Zutrittes aus dem Freien kann mit einem Vorbau begegnet werden und die fehlende Einrichtung zur Reinigung der Melkutensilien wird im neuen Stall in Form eines Milchzimmers eingebaut. Mit diesen Investitionen erfüllt der Mittelstafel der Alp Guet Bächi in Linthal jegliche gesetzlichen Vorgaben. Die Planung sieht den Start der Bauarbeiten ab August 2020 vor, die Abläufe der Arbeiten sind so eingeteilt, dass im Mittelstafel sowohl im Jahr 2020 als auch im Jahr 2021 ohne wesentliche Einschränkungen gesömmert werden kann.