Das eigentlich unsommerliche Wetter schränkte Engagement und Ideenreichtum von Glarus Service in keiner Weise ein. Es wurde geschickt geplant. Kaspar Marti, einer der stets unermüdlich Tätigen, war nach eigenem Bekunden «rundumme zfriede». Man dürfe sich auf viele treue Besucherinnen und Besucher stets verlassen. Mit der Programmzusammenstellung des letzten Abends wurde nachhaltig und beeindruckend aufgezeigt, was Erfolg, Wertschätzung und Beachtung der Sommerbühne ausgemacht haben: Musik aus verschiedensten Stilrichtungen mit brillant aufspielenden Interpreten, witzige Ankündigungen, inhaltsstarke Filme und verschiedenste Informationen, genügend Sitzplätze, sorgsam zubereitete Verpflegung und breite Auswahl an Getränken und professionelle Bedienung der technischen Anlagen sind zu erwähnen.
Die Verabschiedung fiel leichter, weil Claudia Kock Marti nach der Präsentation des Films «Der Imker» bereits auf die Sommerbühne 2015 hinwies. Zum Sonntagsprogramm gehörte als Erstes die Aufwartung der Dorfmusikanten Elm unter der musikalischen Leitung von Jacques Schuler. Es wurde gar gekonnt, routiniert und mit erfreulich vielseitigem Repertoire vorgetragen. Es schloss die seit rund 20 Jahren bestehende Blaskapelle Glarnerland an. Der Genussfaktor bei dieser Formation, sie steht unter Leitung des Netstalers Markus Meli, betrifft nicht bloss Musikalisches, das gar viel Gemütlichkeit, Geselligkeit zum Inhalt hat. Verweilen – es betraf gemäss Wortmeldung das Südtirol – geniesst einen verständlich hohen Stellenwert. Von diesen Erfahrungen nahm man gerne Kenntnis. Und wenig später trat das Ensemble müsiaque unter Leitung von Manuela Einsle auf. Dieser Gruppe gehören unter anderem Besuchende der Glarner Musikschule an. Die verschiedenen Instrumente (Akkordeon, Perkussion, Klarinette, Violine, E-Piano) ergaben eine spannende Klangfülle. Die Vielfalt des Gebotenen, unter anderem mit beschwingten Weisen aus Südamerika und der Türkei, führte erneut zu verdientem Beifall und zu Zugaben. Die musikalische Vielfalt der drei Ensembles war spürbar willkommen, lud zum langen, gemütlichen Verweilen ein. Beim dritten Film «Der Imker» handelte es sich um ein bewegendes Begegnen mit einer jener Personen, die ihre Heimat verlassen müssen, weil sie verfolgt werden, ihre Familie auseinandergerissen sind und ihnen einfach alles genommen wird. Angst, beklemmende Zukunftsperspektiven, ständige Bedrohung, Verfolgung, Gefängnis und Folter, absurde Verdachtsmomente, Angst, fehlende Existenzgrundlagen sind Momente, die in diesem Dokumentarfilm von Mano Khalil berührend thematisiert werden. Die Betrachtenden lernen das Schicksal eines Bienenzüchters kennen, der wegen des türkisch-kurdischen Krieges alles verloren hat, aber darauf vertraut, an einem anderen Ort – nach einer langen entbehrungsrechen Reise – wieder eine Existenz aufbauen zu können. Mit unerschütterlichem Optimismus und immenser Geduld baut er sich sein Reich mit vielen Bienenvölkern wieder auf. Sein Schildern, seine immense Geduld mit Bienen, die Kontakte mit Amtsinhabern und Privatleuten bewegen. Der Imker redet von der gleichen Sprache, die er und seine Bienen kennen, er erwähnt das harmonische und schöne Leben im Bienenvolk – so habe er seine Familie ordnen wollen. Erfüllend und versöhnlich stimmend ist das Filmende.
So freut mArtikelan sich auf die kommende Sommerbühne mit all ihren Aktivitäten und dankt den kreativ tätigen Initianten von Glarus Service und den vielen Sponsoren, die mit ihrem Unterstützen das willkommene kulturelle Begegnen stets mittragen.
Glarus Service feiert 20 Jahre Sommerbühne


