Adventskonzert in Betschwanden

Am vergangenen Sonntag gastierten das von Felix Schudel geleitete Neue Glarner Musikkollegium und die Harfenistin Xenia Schindler mit einer gehaltvollen und von grosser Harmonie geprägten Programmfülle in der Kirche Betschwanden.




Das garstige, unwirtliche Wetter ging vergessen. Wärme, Eleganz, Wohlklang und Festlichkeit füllten den Kirchenraum. Kurzweil und Freude machten sich breit. Es kam vieles zusammen, was Ruth Tüscher, Präsidentin des Kulturvereins Glarus Süd, mit ihrem kurzen Einführen zusammenfasste. Das galt beispielsweise der sorgsamen Arbeit des Sigristenpaars Heidi und Paul Huber aus Linthal, das mit sorgsam platzierten Lichtquellen den Weg zum Innenraum der Kirche vorbereitet hatte, einladend und herzlich. Die Inhalte des ausgehändigten Programms kündigten harmonische Einheiten an, weckten Spannung.
 

Das Neue Glarner Musikkollegium gastierte mit Beginn der Advents- und Weihnachtszeit einmal mehr in Betschwanden. Kanon und Gigue von Johann Pachelbel (1653 – 1706) waren Beginn einer erhabenen Fülle an Begegnungen. Getragen und feierlich war die Einleitung, in die sich bald verhaltener Jubel mischte. Es machte sich willkommene Festlichkeit breit. Man liess sich gerne mittragen und verwöhnen. Die Instrumentalisten waren gewohnt hervorragend aufeinander abgestimmt, zauberten erfüllende Schönheiten herbei, behutsam anspielend, dann raumgreifend aufklingend.

Von Frank Martin (1890 – 1974) schloss eine Pavane für Harfe und Streicher an, farbig, mit abwechslungsstarken Momenten, zuweilen träumerisch, dann wieder dezidiert.

Von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) schloss das Divertimento F-Dur KV 138 AN. Das war so richtige «Wohlfühl-Musik», heiter, munter, keck, tänzerisch, mitreissend fröhlich, einmal besinnlich, einhersinnierend, dann wieder ungemein tänzerisch. Und alles wurde mit einer Leichtigkeit interpretiert, die faszinierte und viel Bewunderung weckte.

Von Johann Wilhelm Hertel (1727 – 1789) stammt das Konzert für Harfe und Streicher. Xenia Schindler zauberte bewegende Momente herbei, zuweilen ganz filigran, dann wieder kompakter, enorm wechselvoll und ungemein elegant. Das weckte grosse Kurzweil, erzeugte Spannung, war genussreich. Das Orchester nahm einzelne Momente auf, umspielte von der Harfe vorgegebene Sequenzen in reizvoller Weise. Das war riesig anmutig, innig, zuweilen verspielte Spielkunst und Ausdrucksreichtum wurden mit verdientem Applaus bedacht.

Felix Schudel wies auf die willkommene Zugabe hin – so schnell wolle man die erfreulich vielen Konzertbesucher nun doch nicht in die nasse ungastliche Kälte ziehen lassen. Gerne blieb man sitzen und freute sich an der Zugabe, die der Feder von Händel entstammte.