Alpabzüge 2019 zum Teil mit Hindernissen

Mit dem 30. September endet jeweils der Alpsommer. Es ist der letzte Tag, wo die Älplerinnen und Älpler ihre Alp verlassen müssen. So schreibt es das Gesetz. Gestern Montag war es wieder so weit. Zahlreiche Senten kehrten nach einem segensreichen und langen Alpsommer 2019 zurück ins Tal in ihre Ställe und auf ihre Weiden. Sie wurden in Näfels, im Klöntal und in Schwanden von vielen Zuschauern herzlich willkommen geheissen.



Seit einigen Jahren ermöglicht Agrotourismus Glarnerland einer interessierten Bevölkerung, verschiedene Alpabfahrten zu bestaunen. In diesem Jahr waren die Hotspots beim FRIDIOLIN in Schwanden, im Klöntal beim «Rhodannenberg» und in Näfels auf dem Schulhausplatz. Auf allen drei Plätzen zogen die Senten mit Sack und Pack und ihren blumenbekränzten Kühen, Rindern und Ziegen vorbei an einer riesigen Menschenmenge, welch die Ankömmlinge mit begeistertem Applaus empfingen. Ein Älpler-Markt mit feinen Produkten von der Alp und allerlei Krimskrams lockte das Publikum an die verschiedenen Verkaufsstände. Leistungsfähige Festwirtschaften sorgten für das leibliche Wohl der Gäste.

Traurige Heimkehr aus dem Mühlbachtal

Schwanden war bestens gerüstet für einen würdigen Empfang der Senten. Doch schon bald hörte man die Kunde, dass im Mühlebachtal eine Kuh vermisst werde und der Älpler nicht bereit war, ohne seine Kuh ins Tal zu ziehen, was einen verspäteten Vorbeizug die Senten in Schwanden zu Folge hatte. Nach einer längeren Suche wurde die Kuh tot aufgefunden Doch nicht genug der Unbill. Auf der Fahrt ins Tal verunglückte ein Kalb. Leider mussten die bedauernswerten Älpler auch hier den Tod eines ihrer Tiere zur Kenntnis nehmen.

Viel Glück beim Abzug von der Auerenalp

Auch der beschwerliche und äusserst steile Weg von der Auerenalp nach Netstal forderte seine Opfer. Doch ganz im Gegensatz zu den Kollegen aus dem Mühlebachtal hatten die Pächter der Auerenalp Walter und Köbi Schnyder grosses Glück. Kurz vor der Ankunft im Tal glitt in der Nähe des Fahnengerüstes eine Kuh aus und stürzte neben den Alpweg, der über den Grund zum Staldengarten führte. Diese Route musste in diesem Jahr benützt werden, da die Aufräumarbeiten, für welche die Gemeinde Glarus respektive das Ressort Bau und Umwelt zuständig wäre, leider immer noch nicht erledigt wurden. Da die Kuh von den eigenen Leuten nicht geborgen, nur gesichert werden konnte, musste ein Helikopter der Heli Linth das bedauernswerte Tier aus seiner misslichen Lage befreien und ins Tal fliegen. Ausser einigen Blessuren hat die Kuh die Alpabfahrt mehr oder weniger heil überstanden.