Andreas Pankasz aus Glarus gewinnt den begehrten Rütlibecher

1102 Teilnehmer haben die 157. Ausgabe des traditionellen Rütlischiessens gefeiert. Pünktlich zum Startschuss um 07.40 Uhr hörte der strömende Regen auf und die Schützen wussten es mit einer tollen Stimmung zu würdigen. Erstmals in der 157-jährigen Geschichte des Rütlischiessens wurde die Maximalpunktzahl geschossen.




Vergangenen Mittwoch ereignete sich ein Stück Rütligeschichte: Erstmals seit 157 Jahren gelang es einem Schützen, die volle Punktzahl von 90 Punkten zu erreichen. Der Coup gelang Pius Wyss aus Ennetmoos. Wyss war danach ein gefragter Mann unter den Schützen. Der 46-Jährige ist kein Unbekannter: 2008 hatte er den Meisterbecher gewonnen und 2010 die Bundesgabe. «Dies kann natürlich niemand planen. Es muss vieles stimmen im Kopf und auch im Umfeld», sagte Pius Wyss. Da er diesen Wettstreit bereits einmal gewinnen konnte, geht der Tagessieg an Daniel Weissmüller, Lungern, mit 87 Zählern und Pascal Brodbeck aus der Gastsektion Bubendorf ebenfalls mit 87 Punkten.

Stadtschützen stark

Mit dem guten Vereinsdurchschnitt von 65,75 Punkten belegten die Stadtschützen Glarus heuer den starken 12. Sektionsrang von deren 53 Gastsektionen. Dazu haben Silvio Freitag mit 84 Ringen, Josef Ruoss, (77), Walter Hefti, (73), Daniel Fässler (70), Pia Freitag (66), Fredy Lienhard (63), Andreas Pankasz (54) und Hans Simoni (39) beigetragen. «Genau bei unserem Einsatz um 11.00 Uhr stand die Sonne ungünstig zur Rütliwiese. Vor- und nachher blieb der Himmel bedeckt. Das Gegenlicht hat mich schon etwas verunsichert und auch bei der Zielfindung beeinträchtigt», resümierte Silvio Freitag. Vor der letzten Passe konnte er sich neben acht 5er nur eine einzige 4 notieren lassen. Die letzte Serie kam wegen der Sonneneinwirkung leider zu tief. Den Tagessieg bei den Gastsektionen holte sich Pascal Brodbeck aus Bubendorf mit 87 Zählern. Silvio Freitag klassierte sich mit seinen 84 Punkten nur drei Zähler weniger als Brodbeck auf dem hervorragenden 20. Rang von 1102 klassierten Teilnehmern. Die Stadtschützengesellschaft Aarau mit einem Schnitt von 76,375 Punkten war diesmal erfolgreichste Gastsektion vor Feldschützengesellschaft der Stadt St. Gallen und den Stadtschützen Bern.

Viel Promis unter den Ehrengästen

Aus allen Landesteilen sind die Teilnehmer für das älteste historische Schiessen angereist. Die meisten traten zum Wettkampf an, natürlich mit dem Ziel, die Bundesgabe oder zumindest einen Becher zu gewinnen. Unter den Ehrengästen liess sich auch einige Prominenz wie Schauspieler Hausi Leutenegger oder Sängerin Francine Jordi blicken. Jordi ist nicht das erste Mal mit von der Partie und wurde dieses Jahr von den Stadtschützen Bern eingeladen. «Für mich als begeisterter Schützenfan und aktives Mitglied bei den Feldschützen Richigen ist es äusserst schön hier herzukommen», sagte Jordi. Es sei toll, einen so unglaublichen Traditionsanlass mitzuverfolgen und die Schützengemeinschaft miterleben zu dürfen. Die Glarner Sektion liess es sich dann nicht nehmen, Francine Jordi mit einem leckeren Zigerbrüt zu verwöhnen.

Der Luzerner Regierungsrat Paul Winiker hielt die Festrede. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass man auf dem schönsten Schiessplatz der Welt noch schiessen dürfe, so Winiker. «Leider sind unsere Traditionen nicht ungefährdet. Wir müssen dafür einstehen, dass unsere Werte, unsere Ordnung, noch bewahrt werden kann.» Er spielte damit auf die Übernahme von neuem Waffenrecht aus Brüssel an. Winiker hofft auf die Unterstützung der Schützen, weiter für die Werte der Schweiz einzustehen und erhielt dafür viel Applaus.

 

Aus der Rangliste:

157. Rütlischiessen / Gesamtrangliste

1. Pius Wyss, Ennetmoos 90 Pkt., 2. Armin Köchli, Wohlen, 3. Daniel Weissmüller, Lungern und Pascal Brodbeck, Bubendorf (alle 87 Pkt.), ferner die Glarner Delegation:

Silvio Freitag, Mitlödi, 84; Sepp Ruoss, Schübelbach, 77; Walter Hefti, Weesen, 73; Daniel Fässler, Embrach, 70; Pia Freitag, Mitlödi, 66; Fredy Lienhard, Bilten, 63; Andreas Pankasz, Glarus, 54; Hans Simoni, Glarus, 39.