Angehende Maturanden besuchen die Kunststoff Schwanden AG

Im Rahmen der vor Kurzem durchgeführten Wirtschaftswoche der Kantonsschule Glarus besuchten die Teilnehmer die Kunststoff Schwanden AG. Sie hatten dabei die Gelegenheit real mitzuerleben, wie wichtige Funktions- oder Designerteile für verschiedene Modelle von hochwertigen Kaffeemaschinen oder für die Automobilindustrie in höchster Präzision und in Serien aus Kunststoff hergestellt werden.




Immer eine Woche vor den Herbstferien führt die Kantonsschule Glarus mit den 5.-Klässlern eine Wirtschaftswoche durch. Unter dem Patronat der Glarner Handelskammer, der Schmidheiny Stiftung und vor allem unter der Leitung der bewährten Fachlehrer werden Kantonsschüler/-innen für eine Woche zu CEOs, Personal- oder Finanzchefs oder auch zu Produktionsleitern eines imaginären Unternehmens. Das zu vermarktende und zu produzierende Produkt wechselt von Jahr zu Jahr. In diesem Jahr galt es im Wettbewerb mit der Konkurrenz die beste, energieschonendste, zudem aber auch rentabelste Kaffeemaschine zu vermarkten.

Besuch bei einem Produzenten

Von der Theorie zur Praxis, unter dieser Maxime besuchten die zukünftigen Unternehmer/-innen die Kunststoff Schwanden AG, um sich persönlich von den technischen Möglichkeiten, aber auch den zu erwartenden Kosten bei der Herstellung einer Kaffeemaschine zu informieren. In einer kurzen, aber sehr informativen Einführung erklärte Claudia Züger, Marketing, den Auftragserfüllungsprozess eines Produkts. Das heisst: den Ablauf von der Beschaffung bis zum Versand einer Kunststofflösung der Kunststoff Schwanden AG. «Entscheidend im gesamten Prozessablauf ist das qualitativ einwandfreie Endprodukt, der gewünschte Liefertermin und die jeweilige Verfügbarkeit. Dies gilt für alle Bereiche, für welche die Kunststoff Schwanden tätig ist: Automotive, Packaging und Industry. Was das alles in der Realität bedeutet, davon konnten sich die Besucher in einem anschliessenden Rundgang überzeugen. Unter der fachkundigen Führung von Andreas Lütschg, Peter Ackermann und Phillip Wiedmer erfuhren die Teilnehmer, dass der grösste Teil der modernen Produktionsmaschinen von der Netstal Maschinen AG, Näfels, einem weiteren Glarner Unternehmen also, in Schwanden zum Einsatz gelangen. «Wir produzieren am Standort in Schwanden mit rund 100 Spritzgussmaschinen Kunststoffteile für verschiedene, international tätige Firmen und verarbeiten ganz unterschiedliche Materialien.» Es handelt sich um Thermoplaste, welche als Granulat in riesigen Behältnissen gelagert und aufbereitet werden. Gespannt folgten die jungen Kantischüler/-innen den Ausführungen über die Herstellung eines für den Automobilisten «lebenswichtigen Bestandteil für ein ABS-Bremssystem». Sie konnten beobachten, wie ein Wassertank oder ein Gehäuse für eine Kaffeemaschine hergestellt und teilweise im Betrieb als Baugruppe weiterverarbeitet wurde. Die Kunststoff Schwanden ist schon lange nicht mehr nur ein einfacher Spritzgiesser, sondern hat sich zum Lösungsanbieter und Systemlieferanten weiterentwickelt.

Das Interesse und auch die Überraschung – «ich wusste gar nicht, dass dieses Kunststoffteil, dem wir doch fast täglich begegnen, bei uns im Glarnerland hergestellt wird» – war sehr gross. Interessant aber auch, dass die Jugendlichen immer wieder Fragen zur Umweltverschmutzung und der Nachhaltigkeit stellten. Dieses Thema hat einen sehr hohen Stellenwert bei der Kunststoff Schwanden AG. Wo auch immer möglich wird Material recycliert, wiederverwertet oder gleich mit bioabbaubaren Materialien gearbeitet.

Die Kunststoff Schwanden AG

Heute beschäftigt die Firma über 500 Mitarbeiter aus 48 Nationen darunter 25 Auszubildende in verschiedenen Berufsgattungen. Mit den im Einsatz befindlichen rund 100 Spritzgussmaschinen werden jährlich gegen 11 500 Tonnen Granulat verarbeitet. In Schwanden wird rund um die Uhr während 365 Tagen gearbeitet und die Firma liefert ihre kundenspezifischen Produkte in die ganze Welt, auch nach Übersee und Asien. Es existieren konkrete Pläne, in China und auch in den USA je eine eigene Produktionsstätte zu eröffnen. Seit mehr als einem Jahr wird auch in einer ehemaligen Fabrikhalle der Netstal Maschinen AG produziert. Hier vor allem Produkte für die Verpackungsindustrie mit besonderem Hygienestandard.

*Edi Huber ist Pressebeauftragter der Glarner Handelskammer.