Angst überwinden und eigene Wege gehen

Gastredner Reto Fuchs, Architekt und Inhaber Atelier Freienstein, berichtete an der Diplomfeier der Schreiner am letzten Dienstag an der Berufsschule in Ziegelbrücke über seinen nicht direkten Karriereweg und ermunterte die 18 Jugendlichen eigene Wege zu gehen.



Angst überwinden und eigene Wege gehen

«Der Beginn meines beruflichen Werdegangs war vor allem fremdbestimmt», meinte Gastredner Reto Fuchs zu Beginn seines Referats bei der Diplomfeier der Schreiner am letzten Dienstag in der Mensa der Berufsschule Ziegelbrücke. Oft habe er sich für die naheliegende und die sichere Lösung entschieden. «Angst vor dem Unbekannten hat mich gehemmt, wirklich herauszufinden, was ich selber eigentlich will.» So habe er an diesem Ort die Lehre als Hochbauzeichner abgeschlossen und im Familienbetrieb zu arbeiten begonnen. «Mich selber entfaltet habe ich mich dabei mehr in meinen Hobbies und der Musik.» So fand er auch zu einem Projekt, das sein Interesse für Geschichte und Informatik verband. So startete er zusammen mit Historiker Rolf Kamm im Vorfeld des 250-Jahr-Jubiläums des Brandes von Glarus an einer 3D-Rekonstrukion von der Stadt vor dem Brand 1861. «Die Realisation hat mir gezeigt, wie man auf ein selbst gestecktes Ziel hinarbeitet und das hat Lust auf mehr geweckt.» So habe er noch mit gut 30 Jahren ein Architekturstudium begonnen und ein paar Jahre später sein eigenes Büro gegründet. Ausschlaggebend hierfür war zudem die Vila Freistein im Herzen von Glarus. Naheliegend wäre hier gewesen, gerade die Parkanlage mit möglichst vielen Wohneinheiten und somit Gewinnmaximierung zu ersetzen. «Das Gesicht und der Charme des Objektes wäre so aber verloren gegangen.» Selbstständig habe er nur eine Reihe Wohneinheiten und Wohnungen im historischen Herrenhaus errichtet, und der englische Garten in einen nachhaltigen und natürlichen Park verwandelt. «Mit vielen Möglichkeiten für die Bewohner für Begegnungen und dem Zusammenleben.» Mit seinem Atelier Freienstein ist er aktuell an ähnlichen Projekten in Filzbach und Sool beschäftigt. Ein nicht immer einfacher und schon gar kein direkter Weg habe ihn so weit gebracht, resümierte Fuchs zum Abschluss. «Und es hat immer wieder eine Portion Mut gebraucht.»

 

Anschliessend konnte Alex Abart, Präsident der VSSM Sektion Thur-Linth, zum offiziellen Teil der Feier übergehen. Jeder der 18 Absolventen wurde einzeln aufgerufen und das EFZ-Zeugnis überreicht, zudem wurde den Anwesenden deren Abschlussarbeit auf Leinwand projiziert. Gleich sechs Diplome konnten für einen Notendurchschnitt von 5,0 und höher überreicht werden:

Loser Severin (5,3), Bäbler + Blumer GmbH, Engi

Mörgeli Noel Benjamin (5,2), Schreinerei Kaufmann AG, Gommiswald

Müller Roger (5,2), Schreiner Schlittler AG, Niederurnen

Brunner Elia (5,1), W. Rüegg AG, Kaltbrunn

Kühne Nils (5,0), Creatop AG, Uznach

Rusterholz Sabrina (5,0), Schreinerei Seliner AG, Niederurnen