Antikstühle im Wald, Eindringlinge in der Natur

Wie kommt dieser altmodisch geschwungene Holzstuhl mitten ins Dickicht im Wald bei Mollis? Warum muss genau dieser schöne Busch abgesägt und entsorgt werden? Diese beiden Fragen haben sich 24 Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Oberschule aus dem Linth-Escher-Schulhaus am vergangenen Montag gestellt.




Nach fachkundiger Anleitung durch Mitarbeiter der Gemeinde Glarus Nord haben die Jugendlichen und ihre Lehrer kräftig angepackt. Es wurde Unrat, welcher sicher nicht in den Wald gehört – eben z.B. Stühle, Betonsockel, eine Schubkarre, ein altes Möbel sowie unzählige Flaschen und Büchsen – eingesammelt. Andere Gruppen haben in Bilten nicht-einheimische Pflanzen, welche hiesige Gewächse verdrängen, beseitigt.

Fast schon nebenbei wurde an diesem Tag, nebst dem wertvollen Einsatz für die Natur und die Biologie, gelernt. «Es ist schon eindrücklich, wie viele Neophyten wir hier haben», bemerkte eine Schülerin fachmännisch. «Ich erkenne nun den schädlichen Sommerflieder sicher», antwortete ihr Kollege. «Neophyten» werden diese in unserer Natur fremden Pflanzen genannt, welche bewusst oder unbewusst von fernen Ländern eingeführt wurden und heute die einheimische Flora bedrängen. Ein solcher «Neophyt» ist der Sommerflieder oder Schmetterlingsstrauch (Buddleja davidii), welchen die Oberschüler am Arbeitstag in grossen Mengen abgesägt oder ausgerissen haben.

Die Oberschülerinnen und Oberschüler durften auch erleben, was es heisst, an einem kalten und nassen Tag, draussen während 7 Stunden körperliche Arbeit zu verrichten. Trotz Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt und kurzen Graupelschauern war die Stimmung gut. Es wurde gearbeitet, gelacht und zwischen den Jugendlichen und Berufsleuten auch das eine oder andere interessante Gespräch geführt.