Aprilwetter und unnütze Männchen

Am diesjährigen Vereinsausflug der Turnveteranen Ennenda in die Hopfenkulturen im deutschen Tettnang waren Licht und Schatten nicht nur meteorologisch bedingt.




Grauer Himmel, Wind und vereinzelte Tropfen begleiteten die Fahrt von Ennenda ins baden-württembergische Hopfengut Nr. 20. Senior Patron Peter, ausgestattet mit breitem Wissen und viel Leidenschaft, erweiterte den «Hopfenhorizont» der Glarner Delegation mit einer guten Prise Humor. Der Wurzelstock wird 40 bis 60 Jahre alt, die Wurzeln bis 5 m lang und die einjährige Pflanze ca. 8 m hoch und wächst bis 30 cm pro Tag. Von den ca. 40 Trieben im Frühjahr werden nur 3 bis 4 Triebe verwendet und zu den eigens für das Hochranken montierte Drähte gezogen. Beim Hopfen unterscheidet man zwischen Bittersorten und Aromasorten. Letztere sind dadurch charakterisiert, dass sie deutlich höhere Konzentrationen an ätherischen Ölen haben und ihr Bitterungspotenzial mit 3 bis 9% Lupulinsäure deutlich geringer ist als jenes des Bitterhopfens mit 12 bis 20%. Hopfenfelder sind komplett pistillat, botanisch weiblich. Peters Lochers Ausführungen, wonach männliche Pflanzen durch Befruchtung mit ihren Pollen den Ertrag verringern und somit eine veritable Gefahr für ganze Kulturen darstellen oder einfach unnütz sind, wurde von der Damenwelt mit süffisantem Lächeln und dezentem Kopfnicken quittiert, während die Herren leicht betreten die weiteren Erläuterungen herbeisehnten. 

Nach dem Mittagessen im gutseigenen Gasthaus ging es vorbei an eindrucksvollen Obst- und Weinkulturen Richtung Meersburg zur Überfahrt nach Konstanz. Der stürmische Wind peitschte die Gischt bis auf die Brücke der Fähre, der Regen prasselte an die Busfenster, sodass an den geplanten Spaziergang in Konstanz nicht zu denken war. Der Wunsch, bei einem letzten Kaffeehalt auf dem Nollen bei besseren Witterungsbedingungen die tolle Rundsicht auf Bodensee, Voralpen und Alpen geniessen zu können, wurde nicht erhört. Wenn der Wettergott keinen schönen Abschluss gewähren will, dann organisiert man ihn selber. So wurde aus dem Kaffeehalt ein verspäteter Zvieri mit Reh-Pantli und einem guten Schluck Wein. Chauffeur Armin Fischli schien an der gut gelaunten Gruppe auch seine Freude zu haben, jedenfalls mahnte er nicht zur Eile. Aber da fehlte ja noch das obligate Gruppenbild. Frisurentechnisch nicht perfekt, aber die Stimmung authentisch wiedergebend, landete das Bild kurz vor der Dämmerung doch noch im Kasten. Grossen Dank an This Knobel für die Organisation und Armin Fischli für die sichere Fahrt.