Arbeitsvergabe: Neues Einsatzleitsystem für die Kantonale Notrufzentrale

Regierungsratssitzung 19. Mai • Der Auftrag zur Lieferung eines Einsatzleitsystems für die neue Kantonale Notrufzentrale wird an die Swisscom AG in Zürich vergeben.



Im Reitbahngebäude (Zeughausareal) in Glarus, wird die neue Kantonale Notrufzentrale (KNZ) realisiert. Im September 2019 beschloss der Regierungsrat dabei auch die Beschaffung eines Einsatzleitsystems (ELS).

Ein Einsatzleitsystem ermöglicht den Mitarbeitenden neben der Entgegennahme von Notrufen und Alarmen auch die Verwaltung von Echtzeitdaten zu Ressourcen, Einsatzkräften und Einsatzmitteln. Die abgebildeten Prozesse verbessern die Einsatzführung durch vordefinierte Checklisten und Massnahmen. 

Integriertes und kompatibles System ist notwendig

Die Kantonspolizei Glarus definierte für das zu beschaffende ELS zwingend zu erfüllende, funktionale bzw. technische Anforderungskriterien. Besonderes Gewicht kommt dabei der Systemintegration zu. Das künftige ELS ist in die bestehende Infrastruktur einzubetten, wobei insbesondere eine fehlerfreie und reibungslose Kommunikation zwischen den verschiedenen Applikationen zu erfolgen hat.

Im Hinblick auf die kantonsübergreifende Zusammenarbeit beeinflussten auch die von anderen Kantonen bereits umgesetzten Lösungen den Entscheid über die Auswahl eines ELS. Für die Evaluation wurden verschiedene Einsatzleitsysteme in bestehenden Einsatzzentralen begutachtet. Dabei wurde das System Avanti der Swisscom, welches bereits in 15 unterschiedlichen Einsatzzentralen von Polizei, Feuerwehr und Sanität erfolgreich im Einsatz steht, aufgrund mehrerer funktionaler Gründe bevorzugt:

  • Die Kantonspolizei Glarus kann das ELS technisch problemlos integrieren. Drittanbieter müssten umfangreiche Schnittstellen programmieren bzw. die Kantonspolizei Glarus müsste ein neues Telefonsystem sowie ein neues Alarmierungssystem beschaffen.
  • Die Nachbarkantone Uri und Schwyz arbeiten mit demselben System, was die grenzüberschreitende Zusammenarbeit erheblich erleichtert.

Aufgrund dieser fachtechnischen Besonderheiten, aber auch wegen der im Zusammenhang mit Avanti bestehenden Arbeitsgemeinschaft, die es erlaubt, die Weiterentwicklungskosten mit anderen Kantonen gemeinsam zu tragen, ist gestützt auf das Submissionsgesetz eine freihändige Vergabe möglich und auch zwingend. Mit der Swisscom steht zudem ein Partner zur Verfügung, der langjährige Erfahrung und hohes Fachwissen zur Umsetzung solcher Projekte besitzt. Die Inbetriebnahme ist für 2022 geplant.