Armon Orlik zum Dritten?

Das Teilnehmerfeld vom Kantonalen im Kantonshauptort umfasst hochkarätige Namen. Insgesamt sind am Glarner-Bündner neun Eidgenossen am Start. Topfavorit ist der Bündner Armon Orlik. Roger Rychen heisst der Glarner Hoffnungsträger.




141 Schwinger umfasst die Starterliste am Glarner-Bündner Schwingfest 2019, welches am Pfingstmontag (10. Juni) im Buchholz in Glarus zur Austragung gelangt. Im Buchholz fanden schon diverse Jungschwingertage statt, jedoch noch nie ein schwingerischer Anlass mit Kranzabgabe. Da es infolge kleineren Blessuren kurzfristig meist noch zu ein paar Um- und Abmeldungen kommt, werden es vermutlich nicht ganz so viele Teilnehmer sein, die ab acht Uhr morgens ins Sägemehl steigen. Die insgesamt wohl gut 130 teilnehmenden Schwinger verteilen sich auf die Kantone Appenzell, Graubünden, Schaffhausen, St. Gallen, Schwyz, Thurgau und Glarus. Dazu werden zwei USA-Gäste erwartet. Auf den Festsieger wartet Muni «Nando», der derzeit noch im Bühl ob Ennenda beheimatet ist.

Der Weg führt über Orlik

Der Maienfelder Armon Orlik hat gute Erinnerungen an Glarus. 2016 gewann er das vom Schwingklub Glarus-Mittelland organisierte Kantonale auf Erlen. Im vergangenen Jahr feierte er in Schwanden seinen zweiten Glarner Sieg. Nun gilt er als grosser Favorit auf den dritten Glarner-Bündner Triumph. Orlik ist stark in die Saison gestartet und hat mit dem Thurgauer und als Gast das Ob- und Nidwaldner bereits zwei Kantonale zu seinen Gunsten entschieden. Der technisch wohl vielseitigste Athlet des Landes gilt als die Publikumsattraktion am Pfingstmontag und wird mit der Favoritenrolle sich abfinden müssen. Bleibt der Maienfelder gesund, gehört er zu den erstgenannten Favoriten auf den Schwingerkönigstitel Ende August in Zug.

Ein Kranz, der ihm noch fehlt

Traditionell sind am Glarner-Bündner die Gäste aus der benachbarten March eingeladen. Heuer sind es gar zwei Schwingklubs aus dem Kanton Schwyz, die Gastrecht geniessen. Zusätzlich ist nämlich auch der Schwingklub Einsiedeln eingeladen. Sie entsenden zwei Eidgenossen, die Cousins Alex und Christian Schuler, ins Glarnerland. Alex Schuler gewann 2016 in Estavayer eidgenössisches Eichenlaub. Christian Schuler ist im Besitz von 91 Kränzen, er ist einer der routiniertesten Athleten des Landes. Was ihm in seiner Sammlung noch fehlt ist der Glarner Kranz. Diese verpasste er als 16-Jähriger 2004 in Niederurnen bei seinem bislang einzigen Auftritt an einem Glarner-Bündner ganz knapp.

Bösch in Topform

Noch erfolgreicher als Schuler ist der Toggenburger Daniel Bösch, der am St. Galler Kantonalen Ende Mai sich sein 100. Eichenlaub erschwang. Als 27. Athlet (und als dritter St. Galler nach Arnold Forrer sowie Karl Oberholzer) ist der Toggenburger in den illustren Kreis jener Schwinger aufgestiegen, die 100 und mehr Kränze besitzen. Das Mitglied vom Schwingklub Wil gewann heuer das St. Galler und das Schaffhauser Kantonale. Das Glarner-Bündner gewann Bösch schon drei Mal, 2010, 2012 sowie 2014. Christian Schuler und Bösch gelten als Mitfavoriten auf den Tagessieg.

Starkes Teilnehmerfeld mit neun Eidgenossen

Doch auch der wieder erstarkte, unverwüstliche Bündner Mike Peng, der heuer schon zwei Kränze gewann, sowie die Delegation aus dem Kanton Thurgau mit Stefan Burkhalter, Beni Notz und Domenic Schneider gilt es zu beachten. Schneider hat das Glarner-Bündner ebenfalls schon einmal gewonnen – 2015 in Näfels, wo er seinen bislang einzigen Kranzfestsieg erlangte. Burkhalter wurde kürzlich 45 Jahre alt und bestreitet seine wohl letzte Saison. Ein Kranzgewinn blieb ihm heuer bislang verwehrt, womit er um seinen Startplatz fürs Eidgenössische bangen muss. Adrian Steinauer vom Schwingklub Einsiedeln, der Märchler Ueli Hegner, der am Hallenschwinget Niederurnen bis in den Schlussgang vordrang, der Schaffhauser Jeremy Vollenweider, Orlik Bündner Weggefährten Sandro Schlegel, Ursin Battaglia und der Davoser Christian Biäsch, die Appenzeller Urs Giger (Bruder von Samuel Giger) und , Martin Roth, die Thurgauer David Dumelin und Mario Schneider, der Ammler Pirmin Gmür, die Oberländer Cousins Christian und Michael Bernold sowie der Flawiler Michael Rhyner, die Liste weiterer Schwinger, den jederzeit ein Exploit zuzutrauen ist, ist lang. Sie verspricht einen schwingerischen Leckerbissen am Pfingstmontag, ist doch das Glarner-Bündner fast besser besetzt als das gleichzeitig stattfindende erste Bergfest der Saison auf dem Stoos.

Rychen als Hoffnungsträger

Die Hoffnungen der Glarner ruhen vorab auf den Schultern des frisch verheirateten Roger Rychen. Der Molliser gewann heuer bereits drei Kränze (Thurgauer, Zürcher und Schwyzer). Nach durchzogenen Leistungen an den ersten zwei Kranzfesten war am Schwyzer Kantonalen eine deutliche Steigerung zu erkennen. Rychen war in Bennau einer der besten Schwinger auf dem Platz und schwang in alter Stärke. Der mittlerweile 46-fache Kranzschwinger möchte im Buchholz Armon Orlik den Tagessieg streitig machen. Für Rychen wird es ein spezielles «Heimfest», liegt doch sein Arbeitsplatz keine 300 Meter vom Schwingplatz entfernt.

Gibt es erneut einen Neukranzer?

Mit Christian Jöhl, Reto Landolt und Christian Pianta sind drei weitere Kranzträger aus dem Lande Fridolins am Start. Pianta gewann am Zürcher Kantonalen 2019 in Fehraltorf seinen ersten Schwingerkranz. Jöhl und Landolt gehören im Glarner Verband bereits zu den Routiniers. Beide sind körperlich untersetzt und machen vieles mit ihrem Kampfgeist wett. Für sie geht es am Pfingstmontag und sechs Tage später beim Rückspiel in Cazis auch darum sich mit guten Resultaten fürs Eidgenössische aufzudrängen. Und mit dem heimischen Publikum und dem Glärnisch im Rücken gelingt eventuell einen der jungen Garde wie Pianta kürzlich, sich den ersten Schwingerkranz aus Eichenlaub zu erkämpfen. Talente sind vorhanden. Der Bruder des zurückgetretenen Eidgenosse Peter Horner, Sämi Horner, Thomas Riedi, der infolge Älplerleben sein letztes Schwingfest für längere Zeit bestreitet, Christian Schnyder, Christof Kirchmeier, oder Beni Rhyner sind Kandidaten für Eichenlaub. 

Gäste aus Übersee

Vor wenigen Wochen sorgte die Schlagzeile, dass die zwei Amerikaner in Glarus antreten werden, für Furore. Die Gebrüder Clint und Jakob Schallberger weilen für ein paar Wochen in der Schweiz. Sie waren bereits am Aargauer, Baselstädtischen und Schaffhauser Kantonalen am Start. Allerdings haben diese Wettkämpfe Spuren hinterlassen. Beide Athleten sind angeschlagen und haben den Wettkampf in Schaffhausen nicht beendet. Es ist wohl eine Premiere, dass Amerikaner an einem Glarner-Bündner zu bestaunen sind, sofern sie bis am 10. Juni wieder vollständig gesund sind. Zudem ist auch Thomas Badat in Glarus am Start. Badat stammt aus Kanada, wohnt derzeit in Uetliburg b. Gommiswald und trainiert beim Schwingerverband Rapperswil. Jakob Schallberger und Badat sind bereits für Eidgenössische qualifiziert, wo auch Auslandschweizer zugelassen sind.