Attraktiveres Angebot dank Fusion

Das attraktivere Angebot spricht für die Fusion: So lautet das Fazit der Orientierungsversammlung der reformierten Kirchgemeinden in Glarus Mitte. Rund 50 Interessierte nahmen daran teil.



Sie informierten über das Projekt «Kirche – mittendrin» (von links): Ursula Tolle
Sie informierten über das Projekt «Kirche – mittendrin» (von links): Ursula Tolle

Die Kirchgemeindepräsidenten und Projektleitungsmitglieder Peter Meier, Ennenda, Ursula Tolle, Glarus-Riedern, und Frank P. Gross, Netstal, informierten am Donnerstagabend im GH Ennenda detailliert über das Projekt «Kirche – mittendrin», bei welchem bis jetzt «nicht alles so reibungslos abgelaufen ist», wie Peter Meier in seiner Begrüssung bekannte.

Ursula Tolle blickte auf die wichtigsten Stationen seit der Landsgemeinde 2006 zurück, an welcher die Fusion auf politischer Ebene beschlossen worden war. Nach einer Zukunftswerkstatt im Jahr 2007 ermächtigten die Kirchgemeindeversammlungen am 1. Juni 2008 ihre Räte, Abklärungen für eine Zusammenarbeit oder eine Zusammenlegung vorzunehmen. Am Reformationssonntag 2008 fand in der Stadtkirche Glarus ein Impuls-Gottesdienst statt. Seit Februar 2009 treffen sich die Ratsmitglieder der drei Kirchgemeinden periodisch, um wichtige Schritte gemeinsam zu planen.

In Richtung Fusion weiterarbeiten

Frank P. Gross erläuterte die intensive Arbeit der vier Projektgruppen in den Bereichen kirchliches Angebot, Führung und Administration, Bauten und Unterhalt sowie Finanzen. Dabei wurde deutlich, dass eine Zusammenarbeit nur sehr limitierte Ergebnisse brächte und schnell komplex, aufwändig sowie ineffizient würde. «Den grössten Nutzen können die Kirchgemeinden aus einer Zusammenlegung ziehen», sagte der Netstaler Präsident: optimierter Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Zusammenfassung kleiner Pensen, Erhöhung der «kritischen Masse» (beispielsweise Bauprojekte), Konzentration der Ressourcen, attraktiveres Angebot für die Kirchgemeindemitglieder. Deshalb wird nun den Kirchgemeindeversammlungen vom 7. Juni beantragt, die Räte zu ermächtigen, in Richtung Zusammenlegung der drei Kirchgemeinden weiterzuarbeiten und einen gemeinsamen Fusionsvertrag auszuarbeiten.

Kirchliches Leben soll in Dörfern bleiben

In der anschliessenden Diskussion ging man nochmals detailliert auf die Arbeit der Projektgruppen ein. Deren Präsidenten Pfarrer Sebastian Doll, Andreas Hefti, Peter Meier und Frank P. Gross vermochten die vielen Fragen kompetent zu beantworten. «Am wichtigsten ist ein attraktiveres Angebot. Das ist der einzige Grund für ein Ja zur Fusion, ausser die Finanzen zwingen uns dazu, was aber noch nicht der Fall ist», sagte ein Kirchgemeindemitglied aus Ennenda.

Was die Mitarbeitenden betrifft, sind gemäss Andreas Hefti Veränderungen auf einen Schlag nicht zwingend: «Das wird sich nach und nach ergeben.» Wichtig seien die Ansprechpersonen vor Ort.

«Ist es nicht etwas illusorisch, dass wir zwar fusionieren, aber alles behalten wollen?», fragte ein Diskussionsteilnehmer in Bezug auf die vielen Bauten in Glarus Mitte. «Auch da wird sich zeigen, was die Zukunft bringt. Im Moment sind die Bauten wichtig für das kirchliche Leben in den Dörfern», so die Antwort. Ebenso wichtig sei der Kontakt der Pfarrpersonen mit der Bevölkerung, sagte Pfarrer Alfred Meier, kantonaler Kirchenratspräsident und ebenfalls Mitglied der Projektleitung.

«Wir fusionieren und wir werden stärker», lautete schliesslich das Fazit eines Stadtglarners am Schluss der angeregten Diskussion.

* Madeleine Kuhn-Baer ist Medienbeauftragte des Projektes «Kirche – mittendrin»