Der Kantonalvorstand der SVP hatte mit 16 zu einer Stimme beschlossen, der Delegiertenversammlung Pankraz Freitag zur Unterstützung zu empfehlen. Parteipräsident Dr. Peter Rothlin jedoch wies darauf hin, dass René Brandenberger auch eingeschriebenes Mitglied der SVP Mollis sei. In der Diskussion votierte Ständerat This Jenny klar für den bürgerlichen Kandidaten. «Wir kommen gar nicht darum herum, ihn zu unterstützen.» Er meldete aber gleichzeitig den SVP-Ansruch für einen Regierungsratssitz an, falls Freitag in den Ständerat gewählt würde. Für die Unterstützung des FDP-Kandidaten sprachen sich auch die Landräte Karl Mächler, Peter Rufibach und Ernst Disch aus. Es gelte die ungeteilte bürgerliche Standesstimme zu erhalten, und zudem wurde erwähnt, dass die SVP für Brandenberger als Partei erst zweite Wahl war. Nach diesen Voten stimmte die Delegiertenversammlung ohne Gegenstimme der Unterstützung von Ständeratskandidat Freitag zu.
Bevor This Jenny das Unternehmenssteuerreformgesetz vorstellte, äusserste er sich in einem engagierten Votum zur Haltung der SVP nach der Abwahl von Christoph Blocher. Ganz deutlich vertrat er die Meinung, dass Samuel Schmid und Evelyne Widmer-Schlumpf nach ihrem Verhalten und Handeln nicht mehr Mitglieder der SVP-Bundeshausfraktion sein können.
Parolenfassung
Die Reform des Unternehmenssteuergesetzes bringt gemäss This Jenny bessere Rahmenbedingungen für Klein- und Mittelbetriebe mit bis zu 250 Mitarbeiter - die so genannten KMU. Nach seinem Referat beschloss die Versammlung einstimmig die Ja-Parole zum Unternehmenssteuergesetz.
Oberst i Gst Fritz Stüssi sprach sich in seinem Referat gegen die Initiative «Gegen Kampfjetlärm in Tourismusgebieten» aus. Die Luftwaffe überwache in Friedenszeiten den Luftraum und erfülle damit den Luftpolizeidienst. Ohne Kampfjets kann diese Aufgabe im ohnehin für das Militär schon stark eingeschränkten Luftraum nicht erfüllt werden. Die Versammlung folgte seiner Empfehlung und beschloss ein Nein zur Volksinitiative.
Mitgliederzuwachs
Nachdem der Landrat am gleichen Tag eine Steuergesetzänderung verabschiedet hatte, die die Forderungen der SVP sogar übertraf, beantragte der Vorstand der Versammlung, den eingereichten Memorialsantrag «Steuerfreibetrag bei der Vermögenssteuer» zurückziehen zu dürfen, womit die SVP-Delegierten diskussionslos einverstanden waren.
An der gut besuchten Versammlung in Luchsingen hatte Parteipräsident Peter Rothlin zu Beginn mit Freude feststellen können, dass nach den Ereignissen im Bundesbern vom 12. Dezember 2007 die Kantonalpartei spontan rund 70 neue Mitglieder gewinnen konnte. Mit zirka 630 Mitgliedern sei die SVP nun vermutlich die stärkste Partei im Kanton Glarus.




