Auch Hebammen sind speziell gefordert

Die Corona-Pandemie ist auch für die Hebammen eine grosse Herausforderung. Dankbar sind sie für Spenden, die sie von Glarner Unternehmen und Stiftungen bekommen haben.



Schwierige Materialbeschaffung, höheres Pensum, grosse Ungewissheit: Die frei praktizierenden Hebammen im Kanton Glarus haben eine Zeit voller Herausforderungen hinter sich. Als Fachfrauen für die Mutterschaft begleiten sie die Mütter von der Frühschwangerschaft über die Geburt bis zum Wochenbett. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für die jungen Familien im Glarnerland.

Die Corona-Pandemie hat ihnen nun zusätzliche Arbeit beschert. «Wir mussten umorganisieren, und es dauerte eine Zeit, bis wir wussten, wie wir uns und die Familien schützen konnten», sagt Helene Creo, Vizepräsidentin der Sektion Glarus des Schweizerischen Hebammenverbandes. Die Informationen waren unterschiedlich, zunächst waren die Glarner Hebammen auch nicht auf der Liste der Grundversorger vermerkt: «Am Anfang war ein grosses Chaos.»

Die Hebammen mussten sich absprechen, wie sie die Familien einheitlich besuchen sollten, und spezielle Masken sowie Desinfektionsmittel teuer kaufen. Nur rund die Hälfte der frei praktizierenden Hebammen war zu Beginn unterwegs, was auch ein höheres Pensum bedingte. Mit der Zeit wurden die Vorgaben vom Bund dann aber klarer.

Videochats nicht immer möglich

Als die Fallzahlen stiegen, empfahl der Verband Videochats. Die einen Hebammen machten dies, andere nicht. Unklar war auch, ob und wie sie diese abrechnen konnten. Zudem gab es Fälle, da ein persönlicher Besuch unerlässlich war. Der Verband gab dafür 15 Minuten pro Familie vor.

«Es war wirklich eine schwierige Zeit», meint die Vizepräsidentin. Oft standen sie vor der Haustüre und wussten nicht, was sie dahinter erwarten würde. Auch die Eltern waren unsicher und belastet von den verschiedenen Infos. So mussten die Hebammen sehr viel aufklären und beruhigen.

Dankbar sind sie für die Unterstützung, die sie von Glarner Unternehmen und Stiftungen bekommen haben. «Belvédère Asset Management, die Familienstiftung Johann Jakob Blumer, Marti Engineering Mitlödi, Eternit, Geska, Läderach, Maler Zbinden, Bäckerei Gabriel, Wirth Holzbau und Knobel AG Natursteine haben uns Spenden, Masken und anderes Schutzmaterial zukommen lassen. Darüber sind wir sehr froh. Dank ihnen mussten wir die Familien nicht einem unnötigen Risiko aussetzen», so Helene Creo.

Wie ist die Situation heute? «Es hat sich etwas beruhigt, normalisiert sich langsam. Wir haben gelernt, mit der Situation umzugehen, sind aber immer noch aufmerksam.» Für eine allfällige zweite Welle wären die Hebammen nun besser vorbereitet und verfügten auch über das notwendige Schutzmaterial. Doch alle hoffen natürlich, dass keine zweite Welle ausbrechen wird.