Auf dem Kontinent gibt es nichts Vergleichbares

Der Landesplattenberg Engi soll auch für Behinderte zugänglich gemacht werden. Falls es gelingt, den Landesplattenberg so zu erschliessen, dass auch Gehbehinderte und sogar Rollstuhlfahrer dieses einmalige Werk besichtigen können, dann wird dies zum grössten Highlight in der Schweiz für Behinderte. In der Schweiz findet man kein vergleichbares Spektakel!




Am Montag, 22. Juli, besichtigten Emilie Unterholzner und Paul Aebli von Procap Glarnerland, Dieter Berger von der Glarner Fachstelle für Behindertengerechtes Bauen, zusammen mit alt Landammann Kaspar Rhyner und dem Geschäftsführer der Stiftung Landesplattenberg Hans Rhyner die Baustelle des Landesplattenbergs.

Durch einen Felssturz musste der Plattenberg längere Zeit gesperrt werden. Nun sind die dadurch erforderlichen, enormen baulichen Änderungen bald beendet und das alte Bauwerk ist für die interessierte Öffentlichkeit wieder zugänglich. Die Kosten des Projektes belaufen sich auf mindestens 1,5 Millionen Franken. Die Finanzierung ist durch Spenden, Kanton und Gemeinde auf gutem Weg. Was noch fehlt, sind einige erforderliche Anpassungen für einen hindernisfreien Zugang.

Zum neuen, tiefer gelegenen Stolleneingang führt eine gute Strasse, welche auch für Kleinbusse geeignet ist. Ein schön gestalteter Platz vor dem Plattenhüttli, mit einem einzigartigen Panoramablick ins Tal und auf die Berge, lädt zum Verweilen ein. Hier kann auch ein Apéro oder ein Mittagessen genossen werden.

Eine unterirdische von Menschenhand geschaffene Welt mit einer magischen Faszination öffnet sich dem Besucher. Ein lebendiges Bild vom Arbeitsweg und vom schweren Alltag der Schieferarbeiter bekommt man vermittelt. Faszinierend sind auch die vielen Versteinerungen als Zeitzeugen von Millionen vergangener Jahre.

Im unteren Stollensystem ist ein grosser Saal – eine Aula – für Theater, Konzerte und Hochzeiten entstanden. Um diesen Saal für Behinderte erreichbar zu machen, ist ein spezieller, rollstuhlgängiger Weg geplant. Für einen reibungslosen Betrieb braucht es auch ein behindertengerechtes WC. Die Finanzierung dieses Mehraufwands ist für die Stiftung nicht lebensnotwendig, für Behinderte jedoch unumgänglich. Aus diesem Grund ist es wünschenswert, wenn vonseiten der Behindertenorganisationen bei der Finanzierung geholfen wird. Natürlich sind auch Private und Firmen als Sponsoren gerne gesehen.

Mit Procap Glarnerland wurde über eine allfällige finanzielle Beteiligung für einen behindertengerechten Zugang ins Bergesinnere sowie eine entsprechende WC-Anlage diskutiert. Das neue Projekt hat begeistert – eine Beteiligung von Procap wird an einer nächsten Vorstandsitzung besprochen.

Procap Glarnerland möchte allen Behinderten dieses einzigartige Erlebnis ermöglichen.