Auf dem Weg zu den Planeten

Der erste Glarner Planetenwege wurde letzten Donnerstag in einer feierlichen Zeremonie seiner Zweckbestimmung übergeben. Damit erhält der vielbegangene rechtsufrige Wanderweg entlang der Linth eine gelungene Aufwertung. Gleichzeitig geht für die Astronomische Gruppe Glarus ein längst gehegter Wunsch in Erfüllung. Der als Lehrpfad gedachte Weg führt über knapp zweieinhalb Kilometer von Mollis nach Netstal. Dabei wird das Sonnensystem im Massstab von 1:2 Milliarden verkleinert dargestellt. Zahlreiche Informationstafeln entlang des Weges erleichtern den Einstieg in die Geheimnisse der Astronomie.



Für viele Wanderer und Spaziergänger ist der idyllische, rechtsufrige Wanderweg, entlang der Linth, welcher parallel zum Flugplatz von Netstal nach Mollis oder umgekehrt führt, schon längst ein Geheimtipp für Ruhe und Entspannung. Nur das Fliessgeräusch der nahegelegenen Linth ist zu hören, welches sich nur ab und zu mit dem monotonen Motorengeräusch startender und landender Flugzeuge und Helikopter vermischt. Ein abwechslungsreiches Naherholungsgebiet für Jung und Alt. Mit der Eröffnung des ersten Glarner Planetenweges durch die Astronomische Gruppe Glarus erhält dieser beliebte Wander- und Spazierweg eine zusätzliche Aufwertung und die vielen Freunde der Astronomie ein verspätetes Weihnachtsgeschenk. Gleichzeitig mit der Eröffnung des ersten Glarner Planetenweges geht für die AGG ein lang ersehnter Wunsch nach dem Motto «Was lange währt, wird endlich gut» endlich in Erfüllung.

Planetenwege sind äusserst attraktiv

Aufgrund der Möglichkeit, sich neben der sportlichen Betätigung auch geistig durch die Informationstafeln anzuregen, sind Planetenwege für die Freunde der Astronomie und solche, die es werden wollen, besonders attraktiv. Der neueröffnete Planetenweg ist ein informativer Lehrpfad für Anfänger, aber nicht nur. Die Idee für die Realisation eines solchen Weges, wie sie schweizweit schon mehrfach existieren, kam erst so richtig in Fahrt, nachdem der Molliser Willy Niederer den Glarner Astronomen eine pfannenfertige Projektidee präsentierte. Die Glarner Astronomen liessen sich von Niederers Idee inspirieren und bildeten eine Arbeitsgruppe, welche fortan sich über Jahre mit dem Projekt befassten. Dieses umzusetzen war eine weitere Herausforderung und erforderte von allen Beteiligten grossen Einsatz und manchen Schweisstropfen. Just zu Jahresbeginn am Donnerstag, 9. Januar 2020, konnte der erste Glarner Planetenweg seiner Zweckbestimmung übergeben werden. Dieser Lehrpfad entlang der Linth sei, wie Dr. Peter E. Züger, Vorsitzender der AGG sich ausdrückte, für alle Freunde der Astronomie und solche, die es noch werden wollen, ein verspätetes Weihnachtsgeschenk und ein geglückter Start ins neue Jahr.

Auf dem Weg zu den Planeten

Der Glarner Planetenweg dient als Lehrpfad, bei dem das Sonnensystem verkleinert dargestellt wird. Sonne und Planeten erscheinen in Grösse und gegenseitigem Abstand im Massstab von 1:2 Milliarden. Auf verschiedenen Standorten geben Informationstafeln detaillierte Auskunft über den betreffenden Himmelskörper. Knapp 40 Minuten dauert der 2250 Meter lange Fussmarsch von der «Sonne» bei der gelben Fabrik in Mollis bis zum äussersten Planeten «Neptun» beim Stauwehr der unteren Papierfabrik am südlichen Ende der Flugplatzpiste in Netstal. In Wirklichkeit wären es 4,5 Milliarden Kilometer! Die ganze Strecke vermittelt einen greifbaren Überblick über die Grössenverhältnisse in unserem Sonnensystem. Im Kontrast zur Sonne mit etwa 70 Zentimeter Durchmesser ist die Erde bloss ein 6 Millimeter grosses Kügelchen. Von der Sonne bis zur Erde legt man auf dem Planetenweg nur 75 Meter zurück. Hier sind die Planeten Merkur und Venus bereits eingeschlossen. Der Abstand zwischen den beiden letzten Planeten Uranus und Neptun hingegen beträgt 814 Meter und damit gut einen Drittel der ganzen Wegstrecke.

Grosszügige Unterstützung durch Sponsoren

Die Betreiber des Glarner Planetenweges erwähnen explizit, dass ohne grosszügige Unterstützung diverser Sponsoren der erste Glarner Planetenweg nie und nimmer hätte realisiert werden können. Sie dankt deshalb allen Institutionen und Personen, die zur Realisierung dieses Lehrpfades beigetragen haben.