Ausdrucksreichtum im Soldenhoffsaal Glarus

Marianne Schönbächler, Lehrerin für Geige und Bratsche an der Glarner Musikschule sowie musikalische Leiterin verschiedener Ensembles, selber engagierte und kompetent Mitwirkende in Instrumentalgruppen, hat kürzlich mit der in Lausanne wohnhaften und dort unterrichtenden Colette Vauthey zu einem erfüllenden musikalischen Begegnen eingeladen.



Die Üppigkeit und inhaltliche Vielfalt der Kompositionen, das meisterliche Ausgestalten und die gar stimmungsvollen Wechsel passten gar nicht so schlecht zum gemalten Geschehen auf der Rückwand des Konzertraumes. Was dort vielleicht fehlte, klang im Spiel der Interpretierenden auf: Licht, schlanke Eleganz, Wirbliges, tänzerische Leichtigkeit, ein Dahinsingen, offene Freude, dann wieder dramatische Momente. Marianne Schönbächler und die Pianistin Colette Vauthey hatten sich spürbar Forderndem gestellt, sich kenntnisreich eingearbeitet und eine Abfolge beeindruckendster Begegnungen geschaffen. Die Herzlichkeit des Beifalls war auch verdienter Dank für diesen aussergewöhnlich reifen Ausdrucksreichtum. Die Leichtigkeit des Seins, wie sie zu Teilen in den Kompositionen von R. Strauss, W. A. Mozart und M. Bruch aufklang, wurde bewegend ausgespielt. Die beiden Damen waren aufeinander hervorragend abgestimmt, nahmen ein Fragen, Antworten, Begleiten angemessen und klug auf. Zuweilen schienen sie einander geniesserisch zum Weiterführen der vielen Motive aufzufordern. Die acht schwedischen Tänze von Bruch waren wie ein Zusammenfassen eines in dieser Dichte selten gehörten musikalischen Reichtums. Die Gefühlsebenen der Konzertbesucher waren stark angesprochen. Die Fülle an Stimmungen kam zum Tragen, im Zurücklehnen, beim heiteren Hinhören und Aufnehmen von willkommen Wechselvollem. Das Konzert wurde am vergangenen Sonntag in der Reha Clinic Braunwald nochmals angeboten.Artikel