Bänz Friedli, ein Kabarettist als Schriftsteller

Es ist noch nicht allzu lange her, da war er ein Geheimtipp. Die verschworenen SRF-Radiohörer von der Zytlupe kannten ihn, die ersten Leser, die im Tages-Anzeiger seine Kolumnen entdeckt hatten, die Partygänger aus der Zürcher Agglo und schliesslich die an Literatur und Kleinkunst Interessierten.




Das war einmal. Schliesslich ist Bänz, der zum Vornamen tatsächlich Bänz heisst und sich beim Familiennamen gerne mal hinter dem Namen seiner Frau versteckt, längst vom Kabarettisten, vom launigen Causeur mit der kleinen sprachlichen Keule in der Hand, mit den Gedanken-Stoppern und den Aufregern im Programm längst unter die «richtigen» Schriftsteller gegangen. Im Richisauer Literatursommer liest er am Sonntag, 5. August, um 11.45 Uhr aus seinem literarischen Erstling.

Mit seinem ersten literarischen Werk «Es ist verboten, über das Wasser zu gehen» hat Friedli unter seinen Schriftsteller-Kolleginnen und -Kollegen eine literarische Visitenkarte abgegeben, die unter Tour-Veranstaltern und Kulturmachern gerne weiterempfohlen wird. Die Frische seiner Gedanken ist noch einmal akzentuierter und gedanklich schärfer geworden. Die Form aber kommt sprachlich rund, eingängig – und wie man es sich bei Friedli gewohnt ist – fast einschmeichelnd schön daher. Ja, er nimmt seine Leser in den neuesten Geschichten mit auf seine Ausflüge in die Fantasie des Alltags. Es sind ungemein anregende Ausflüge in seine Welt, die – man merkt es spätestens nach der ersten oder zweiten Geschichte – eigentlich unsere eigene ist. Er verleiht unserem Alltag im Rückblick jenen Glanz und jenen Esprit, von dem man nicht so sicher ist, ob es ihn so gibt oder ob wir ihn so einfach übersehen haben.

Sie zu lesen, ist ein gedankliches Abenteuer. Aber ihn aus seinen Geschichten vorlesen zu hören, ist und bleibt das doppelte Vergnügen. Sein Berndeutsch hat das Zeug zum Opium. Wer ihm zuhört, wird es bestätigen können: Man möchte weiter hören, immer weiter und so zur Gewissheit kommen, doch, ja, so ist unsere Zeit – und wo sie vielleicht noch nicht so ist, da mag es nur an uns selbst liegen, dass die Kleinigkeiten, die uns im Alltag (noch) stören, nicht schon längst beseitigt sind – ganz nach Art des Sprachkünstlers!

Ein heiterer Spätsonntagmorgen kann das am 5. August um 11.45 Uhr werden, im «Richisau», im Schatten der Ahornbäume und beim Rauschen der Klön, wenn es heisst: «Es ist verboten, über das Wasser zu gehen.»

Sonntag, 5. August 2018, 11.45 Uhr, Gasthaus Richisau,
Postauto Glarus ab 10.48, Richisau an 11.26.
Vorverkauf: Baeschlin Bücher, Glarus 055 640 11 25, office@baeschlin.ch


Weitere Informationen und Bildmaterial über Richisauer Literatursommer
Hansrudolf Frey
Mail: frey.kulturprojekte@bluewin.ch