«Bald schiint det obä äs Liecht»

Die Vorbereitungen zur Installation der zwei Lichter am nordwestlichen Dachgeschoss des Gerichtshauses in Glarus, unweit jenes Ortes, wo Anna Göldi zum Tode verurteilt wurde, laufen auf Hochtouren.




Die beiden Lichter sollen künftig dem sichtbaren Andenken an Anna Göldi, die 2008 vom Glarner Landrat als «erste Hexe» durch demokratischen Beschluss rehabilitiert wurde, dienen. Zudem enthält das Mahnmal die aktuelle Botschaft an uns alle, gegen Ausgrenzung und Diskriminierung weiterhin wachsam zu sein. Auch in unserer Zeit gibt es Opfer staatlicher Willkür.

Private Finanzierung angestrebt


Die Federführung für die Realisation dieses Projekts liegt bei der Anna-Göldi-Stiftung und einem glarnerischen Komitee unter der Leitung von Erfolgsautor und Journalist Walter Hauser. Diese luden am vergangenen Mittwoch zu einem Präsentations-Apéro in der Landesbibliothek ein. Hauser konnte erfreut einen kleinen Kreis illustrer Gäste willkommen heissen. Im Beisein der beiden renommierten Basler Künstler Regula Hurter und Uri Urech, deren Lichtprojekt «Det obä schiint äs Liächt» durch eine Fachjury unter der Leitung von Professor Peter Jenny anlässlich eines Projektions-Wettbewerbs ausgewählt wurde, orientierte Hauser über das weitere Vorgehen und die Finanzierung des Projekts. Dabei verdeutlichte er den Anwesenden, dass ganz klar eine private Finanzierung angestrebt wird.

Lichtvariante besticht durch Schlichtheit


Im Anschluss referierte Professor Peter Jenny, Professor für Bildnerisches Gestalten an der Architekturabteilung der ETH Zürich, über das Auswahlverfahren beim Ideen-Wettbewerb, welcher im Sommer 2013 durchgeführt wurde. Die Jury stand dabei in engem Kontakt mit den glarnerischen Gerichtspräsidenten sowie mit der kantonalen Denkmalpflege und mit dem Chef des kantonalen Hochbauamtes. Unter 50 künstlerischen Beiträgen wurden die drei Überzeugendsten ausgewählt. Regula Hurter und Uri Urech präsentierten ihre Lichtlösung unter dem Namen «Det öbä schiint äs Liächt», der Hätziger Ulrich Bruppacher seinen «Unterirdischen Schacht» und last, not least Paola Acquaroni & Harulko aus Küsnacht ihre «Bildtafel mit Portraitüberblendungen». In der Endausmarchung wurde der durch ihre Schlichtheit bestechenden Variante der Lichtlösung durch die Jurykommission der Vorzug gegeben.