Barfüssiger Dad Horse pedaliert sich durch den Veka

Schuhe sind ihm im Weg und Multitasking ist sein zweiter Vorname. Darum macht er es sich auf der Bühne gemütlich und schmeisst seine Socken in die Ecke. Dann wirbelt «The Dad Horse Experience» mit seinen nackten Füssen auf dem Basspedal herum, bis sich ein Country-Tornado über seinem Publikum erhebt. Gleichzeitig spielt er Banjo, Mandoline oder – wenn ihm danach ist – Kazoo. Den wunderbar quäkigen Mix aus «Country-Keller-Gospel» bringt er diesen Samstag in den Veka.



Talentierter Spätzünder: Erst mit 40 Jahren begann «The Dad Horse Experience» auf einem geschenkten Tenorbanjo zu musizieren. (Bild: zvg)
Talentierter Spätzünder: Erst mit 40 Jahren begann «The Dad Horse Experience» auf einem geschenkten Tenorbanjo zu musizieren. (Bild: zvg)

Wo, wenn nicht am Beizenkonzert, ist man den Künstlern so nahe? Bei «The Dad Horse Experience» spürt das Publikum die Vorzüge dieser Konzertreihe besonders gut: Die Texte der gequälten Sünderseele leben von verrückt-absurden Geschichten über Schuld, Erlösung und Selbstkritik. Sie glänzen dank sprühender Lyrik und feinen Nuancen. Da lohnt es sich, die vordersten Plätze aufzusuchen und aufmerksam dem Bremer Künstler zu lauschen. Lange wird das aber nicht dauern, denn schon nach kurzer Zeit reisst sein Sound jeden Artikelvom Hocker. Die Füsse machen sich selbstständig, fast so wie bei Dad Horse selbst, und die Seele will nur noch eins: Jauchzen. Darum wird diesen Samstag wieder mal das 2-Meter-Fass in den Veka gerollt und den ganzen Abend Spezialbier ausgeschenkt. So macht Jauchzen doppelt Spass.

Mit «DJ Meggers» in die zweite Runde

Sollten die Tische nach «The Dad Horse Experience» noch stehen, werden sie für «DJ Meggers» feierlich aus dem Weg geräumt. Andernfalls kann er gleich loslegen. Meggers hat sich voll und ganz den 50ern verschrieben. Ob Rockabilly oder Psychobilly – Hauptsache Rock ’n’ Roll! Obwohl der Abend superlativer nicht sein kann, setzt ihm Meggers mit seinem erstklassigen Sound ein Sahnehäubchen auf.