Das sind nicht die grossen makelosen Helden mit denen sie in diesem Ego-Shooter in den Krieg ziehen. Sie sind in der B-Kompanie, der sogenannten Bad Company. Eine Truppe von harten Burschen, die alle irgendwie mit dem Gesetzt in Konflikt gerieten und deshalb in der Army in Ungnade gefallen sind. Immer wenn es irgendwo besonders brenzlig wird, sind sie als Verbrauchsmaterial ganz vorne mit dabei. So auch im neuesten Konfliktherd in der Nähe Mütterchen Russlands. Nach den ersten Scharmützeln mit dem einheimischen Militär stösst ihre Gruppe auf Söldner und vor allem auf ihr Gold. Die Verlockung des grossen Geldes führt sie und ihre drei Kameraden in ein turbulentes und abwechslungsreiches Abenteuer.
So ungewöhnlich wie ihre Kameraden präsentiert sich das ganze Spiel. Ein ironischer Unterton ist immer präsent: egal ob in den Zwischensequenzen oder im Verlauf des Spiels. Oder sind sie schon mal in einem Golf-Caddie vor einem russischen Panzer geflüchtet? Keinen Humor verstehen die Entwickler jedoch bei den zahlreichen Kämpfen. Der Gegner schickt alles, was er zu bieten hat, gegen sie. Sie liefern sich Schusswechsel mit zahlreichen Soldaten und Söldner oder legen sich mit Panzern und Hubschraubern an. Dabei haben auch sie die Gelegenheit, die zahlreich zur Verfügung stehenden Fahrzeuge zu nutzen. Egal ob Truppentransporter, Jeep oder Panzer und einmal sogar einen goldenen Hubschrauber. Mit dem Powertool können sie die Fahrzeuge nach einem heftigen Gefecht wieder flicken.
Für viel Adrenalin sorgt auch die schick modellierte Umgebung. Denn diese lässt sich ordentlich zerstören. Sichere Deckungen gibt es deshalb keine; was für sie eine Vorteil aber auch ein Nachteil sein kann. Ein Vorteil, wenn sie gleichzeitig die Deckung und der verschanzte Gegner mit einer Handgranate beseitigen können. Ein Nachteil, wenn ihnen ein Helikopter ihr Versteck unter den Füssen wegschiest.
Die Suche nach dem Geld ist dabei nur der Auftakt und die Einstimmung auf den Hauptteil von Bad Company: Den Mehrspieler-Part. Eine Solokampagne, die sich aber gut mit vollwertigen Einzelspieler-Shootern messen kann. Zwar kann es, was Inszenierung und Radikalität angeht, dem Genrekönig „Call of Duty 4 – Modern Warfare“ nicht ganz mithalten, für einige vergnügliche Stunden vor der XBox 360 reicht es locker.
Im Internet zeigt Bad Company, welche Wurzeln es hat. Die Battlefield-Reihe ist berühmt und beliebt für packende online-Partien, vor allem in Teams. Aber auch hier bietet Bad Company was Frisches. Statt Fahnen spielt auch hier Gold eine grosse Rolle. Zwei Teams kämpfen um das begehrte Edelmetal. Eine Gruppe muss mit allen Mitteln ihre Goldreserven verteidigen, während die andere versucht, alles Gold an sich zu reisen. Vorgängig müssen sich die Spieler für eine Klasse entscheiden. Nur Schützen können nämlich die ganz grossen Kaliber benützen, während Supporter heilen und reparieren können. Nur das perfekte Zusammenspiel der Gruppe bringt das Gold und den Sieg. Einzelkämpfer haben keine Chance.
Egal ob Alleine oder im Internet: Bad Company bietet mitreisende Ego-Shooter-Action in einem unverbrauchten Szenario, mit vielen verschiedenen Waffen und einer richtig zerstörbaren Umgebung. Ein Spass für alle erwachsenen Actionfreunde. Denn, auch wenn die Gewaltdarstellung sehr dezent ausfällt, gehört Bad Company nicht in Kinderhände.




