BDP Glarus mit Vorbehalten zur Kreditflut

Die Parteimitglieder der BDP Glarus haben bei diversen Geschäften der Gemeindeversammlung vom 25. November 2016 noch Informationsbedarf.




Insbesondere der Bruttokredit über 3,8 Mio. Franken für die Investitionen auf dem Eisfeld Buchholz Glarus gab zu reden. Zwar ist eine Überdachung unbestritten, aber muss es eine sehr teure Luxusvariante sein? Der Antrag der GPK, unterstützt von deren Präsident Hans Schubiger, auf Rückweisung fand eine deutliche Mehrheit. Die Zeit soll genutzt werden, um eine tatsächliche Gesamtübersicht über die Investitionen im Buchholz zu erstellen. Bereits ist ja im Investitionsbudget ein Projektkredit für ein neues Restaurant im Eisfeld eingestellt. Diese Pläne sollen vom Gemeinderat konkretisiert werden. Zudem fehlt in der Vorlage in den Augen der BDP ein Betriebskonzept. Erlaubt die Überdachung eine Saisonverlängerung? Wie werden die neuen (höheren) Betriebskosten finanziert? Werden die Eintrittspreise erhöht? Über die letzten Monate ist das Projekt ständig und häppchenweise gewachsen. Eine Investition inklusive Restaurant über mehr als 4 Mio. Franken muss gut überlegt sein, eine Denkpause tut hier not.

Generell begrüsst die BDP die kritischen Stellungnahmen der GPK. Die diversen Vorbehalte der GPK führten auch dazu, dass die Versammlung Stimmfreigabe für den Kauf der Werkhofhalle Ygruben und den Verkauf der Liegenschaft Mühlefuhr beschloss.

Der Bruttokredit über 770 000 Franken für die Realisierung eines Multifunktionsplatzes im Buchholz warf ebenfalls zahlreiche Fragen auf. Nicht zuletzt wurde der periphere Standort als suboptimal beurteilt. Schlussendlich fand der von Gemeinderat Ernst Disch vertretene Antrag des Gemeinderates aber eine Mehrheit.

Auch die anderen Kreditvorlagen wurden an der von Landrat Kaspar Becker-Zünd geleiteten Versammlung genehmigt. Ganz allgemein wurde jedoch die eigentliche Kreditflut bemängelt. Die Frage wurde diskutiert, ob hier wirklich immer Notwendiges von Wünschbarem unterschieden wurde. Auch im Budget, welches schlussendlich genehmigt wurde, tauchen Positionen auf, welche nicht unbeachtet blieben. Insbesondere die Personalentwicklung (plus 8 Vollzeitstellen im Budget 2017 gegenüber Budget 2016) stiess auf heftige Kritik. Der Gemeinderat hat in den letzten Jahren erfolgreich das Projekt «grün2017» umgesetzt. Nun gilt es, diesen eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu gehen und mit den begrenzt vorhandenen Mitteln weiterhin haushälterisch umzugehen. Die BDP kündigt an, die Entwicklung der Gemeindefinanzen und insbesondere deren Verwendung genau im Auge zu behalten und gegebenenfalls mit Anträgen falsche Entwicklungen zu korrigieren.