Bei den Aktien wird die Luft etwas dünner

Der Marktausblick der Glarner Kantonalbank jeweils im Januar ist ein Anlass mit Tradition und wird im Terminkalender der Kundinnen und Kunden «dick» angestrichen. Für den Marktausblick in der lintharena haben sich dieses Jahr wieder über 700 Gäste angemeldet. Ein zentrales Thema war an diesem Abend der Brexit und die doch etwas überraschende Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten.




Man war dieses Jahr ganz besonders gespannt, was die beiden verantwortlichen Mitarbeiter der Glarner Kantonalbank, Kaspar Becker, Leiter Private Banking, und Sven Wiederkehr, Bereichsleiter Direktvertrieb, mit Blick in die «Glaskugel» für das laufende Jahr den Anlegern in Aussicht stellen.

Was spricht weiterhin für Aktien?


Der Marktausblick 2017 von Kaspar Becker war in jeder Beziehung sehr interessant und vor allem verständlich und immer wieder mit kleinen humorvollen Bemerkungen bestückt. So liess er sich auch nicht durch ein Telefon aus der Besucherreihe irritieren, im Gegenteil er löste diese Situation mit Humor. In seinem gut dokumentierten Referat erklärte er, dass die Aktienmärkte im vergangenen Jahr eine durchzogene Bilanz aufweisen. «Der schweizerische SMI verzeichnete dabei einen Rückgang, wobei vor allem die schwergewichtigen Titel der Grossbanken- und der Pharma-Titel dazu beigetragen haben.» Dagegen hätten diese in den USA im gleichen Zeitraum zugelegt. Wie er weiter ausführte, seien grössere Schwankungen an den Börsen durch den Brexit und die Wahlen in den USA ausgelöst worden. Weiterhin für den Kauf von Aktien sprechen, so Becker, dass die USA weiterhin die Wirtschaftslokomotive sei. «Das Konsumvertrauen und die Bestellungen bei Unternehmen sind nach wie vor auf sehr hohem Niveau.» Dagegen sei die Zinsentwicklung global noch unklar und die Notenbank würde gerne zurück zur Normalität mit positiven Zinsen gehen. Nach wie vor sei die Differenz zwischen Obligationen und Dividentenrenditen zu gross. Bei einem Vergleich zwischen Obligationen und dividentenstarken Titeln ergebe sich daraus eine grössere Renditendifferenz von bis zu 30 Prozent. «Die Luft bei den Aktien wird etwas dünner und es muss auch mit Rückschlägen gerechnet werden. Insgesamt sind aber die stützenden Faktoren nach wie vor vorhanden.» Die GLKB würde aber für Aktien nach wie vor positiv bleiben, der Auswahl der Titel sollte aber Beachtung geschenkt werden, betonte Becker am Ende seines spannenden Referats.

Gestaffelter Einstieg als Empfehlung


Im Marktausblick 2016 gab Sven Wiederkehr zwei Empfehlungen für den Kauf von Titeln ab. «Das Thema Life Science hat sich leider nur seitwärts entwickelt», erklärte er rückblickend auf seinen Vorschlag. Ausschlaggebend seien in erster Linie politische Gründe in den USA gewesen. Der Grundtrend mit steigendem Gesundheitsbedürfnissen der Weltbevölkerung sei nach wie vor intakt. «Das Thema Sicherheit hat sich mit einer Steigerung von 10 Prozent gut entwickelt und wird uns noch länger beschäftigen.» Die dritte Empfehlung von Wiederkehr war der gestaffelte Einstieg. «Im vergangenen Jahr mit den Schwankungen rund um den Brexit und den Wahlen in den USA war dies besonders wichtig, um nicht im falschen Moment einen zu hohen Preis zu bezahlen», führte er weiter aus. Für das Jahr 2017 empfehle die GLKB, das Thema Infrastruktur ins Auge zu fassen, denn das globale Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum lasse den Bedarf nach Infrastrukturinvestitionen klar ansteigen. «Dies eröffnet Anlagechancen», betonte Wiederkehr. Das zweite Thema sei Wasser, sei doch der Bedarf an nutzbarem Wasser – insbesondere bei der Landwirtschaft – weltweit auf 70 Prozent gestiegen. «Entsprechend sind neue Technologien gefragt, die einen sparsamen Umgang mit dieser so wichtigen Ressource ermöglichen.» Was diese Empfehlungen schlussendlich auch wert sind, werden die Kunden der GLKB am Marktausblick 2018 erfahren.

GLKB klar die Nummer eins im Kanton


In seiner kurzen Begrüssung betonte Hanspeter Rhyner, dass die GLKB nach wie vor die Nummer eins im Kanton sei und erwähnte einige Höhepunkte der Bank im vergangenen Jahr. «Der Direktvertrieb ist bei uns nach wie vor das stärkste und nach wie vor wichtigste Standbein.» Die GLKB investiere kontinuierlich in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. «Mit der Lancierung von Softlink und der Kreditfabrik haben wir unsere Dualstrategie konsequent fortgesetzt», erklärte Rhyner. Die GLKB habe auch im Rahmen der Zukunftsstrategie die Managementkapazität erweitert und per 1. Januar die Geschäftsleitung auf fünf Mitglieder erweitert. «Als neues Mitglied in der Geschäftsleitung übernimmt Patrik Gallati das Ressort Unternehmenssteuerung, welches neu organisiert wurde.»

Humor und Kulinarisches


Ebenfalls zur Tradition beim Marktausblick gehört, dass am Ende der Humor nicht zu kurz kommt. Dieses Jahr strapazierte Erwin Marc Haller, alias Erwin aus der Schweiz, mit seiner Darbietung die Lachmuskeln der Gäste. Er verstand es, ohne aufdringlich zu sein, immer wieder Gäste in sein humorvolles Programm miteinzubeziehen. Den Abschluss des Abends bildete ein reichhaltiges Apéro-Buffet von der Metzgerei Fischli aus Näfels. Dabei hatten die vielen Gäste Gelegenheit, Erfahrungen, aber auch zukünftige Investitionspläne mit den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der GLKB auszutauschen.