Bei einem medizinischen Notfall zählt jede Minute

Am vergangenen Freitag, 7. Juni 2024, unterzeichnete der Kanton Glarus eine Leistungsvereinbarung mit der Alpinen Rettung Schweiz. Eine Vereinbarung, die Leben retten kann.



Unterzeichnung der Vereinbarung, vlnr. Franz Stämpfli, Präsident Alpine Rettunng Schweiz, Regierungsrat Dr. Markus Heer, Andreas Bardill, Geschäftsführer der Alpinen Rettung Schweiz. (Bilder: martin c.màchler)
Unterzeichnung der Vereinbarung, vlnr. Franz Stämpfli, Präsident Alpine Rettunng Schweiz, Regierungsrat Dr. Markus Heer, Andreas Bardill, Geschäftsführer der Alpinen Rettung Schweiz. (Bilder: martin c.màchler)

15 Minuten, das ist die Vorgabe für den professionellen Rettungsdienst. In dieser Zeit müssen sie nach einer Notfallmeldung beim Patienten sein. Das ist aber in gewissen Gegenden kaum möglich. Vom Kantonsspital Glarus nach Linthal braucht der Rettungsdienst zum Beispiel ca. 25 Minuten. Mit dieser Leistungsvereinbarung will der Kanton Glarus sicherstellen, sehr viel schneller bei einem medizinischen Notfall zu sein. FIRST RESPONDER PLUS, das sind sehr gut ausgebildete, freiwillige Ersthelfer und Ersthelferinnen. Sofortmassnahmen in den ersten Minuten haben einen entscheidenden Einfluss auf das Überleben des Betroffenen.

Das Konzept sieht den Aufbau von bis zu 100 Ersthelfer und Ersthelferinnen als First Responder Plus in 20 lokalen Gruppen vor. In Ortschaften wie Bilten, Filzbach, Obstalden, Mühlehorn, Rüti, Linthal sowie Engi, Matt und Elm. Es handelt sich dabei um Orte mit einer längeren Interventionszeiten durch den professionellen Rettungsdienst.

Regierungsrat Dr. Markus Heer: «Wir sind stolz und auch sehr froh, diese Vereinbarung zusammen mit der Alpinen Rettung Schweiz unterzeichnet zu haben. Es ist ein weiterer Schritt des Kantons, um den Service public zu erweitern.»

Auch Christian Janssen, Leiter des Rettungsdienstes des Kantonsspital Glarus, ist glücklich über diese Vereinbarung: «Es nimmt uns etwas Druck weg. Zu wissen, dass ein Ersthelfer bei einem Betroffenen ist, hilft uns sehr, da wir auch ständig mit ihm in Kontakt sind und beim Eintreffen schon viele wertvolle Informationen haben.»

Nicht zuletzt steigert diese Vereinbarung auch die Attraktivität des Kantons als Wohnort. Die Gewissheit, dass an jedem Ort im Kanton eine schnelle medizinische Versorgung möglich ist, kann für ältere oder kranke Personen sehr beruhigend sein.

Um freiwilliger Ersthelfer oder freiwillige Ersthelferin zu werden, braucht es keine medizinischen Vorkenntnisse. Sicher ist es von Vorteil, wenn sich Personen, die in medizinischen Berufen gearbeitet haben, sich als Ersthelfer / Ersthelferin melden. George Scherer vom Samariterverband Glarnerland sagte mir: «Jeder Ersthelfer und jede Ersthelferin bekommt eine solide Ausbildung mit oder ohne Vorkenntnisse.»

Enge Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen

First Responder Plus kommen nie alleine, sondern immer zusammen mit den professionellen Rettungskräften des Rettungsdienstes oder der REGA.

Die Ausbildung entspricht mindestens der «First Aid Stufe 2» des Interverbands des Rettungswesens. Die Ausbildungs- und Auffrischungskurse werden durch den Samariterverband Glarnerland durchgeführt. Zudem erfolgt auch ein regelmässiger Austausch mit dem Rettungsdienst des Kantonsspitals Glarus.

Um die Gesundheit macht man sich erst Sorgen, wenn sie nicht mehr da ist. Und dann kann es schon zu spät sein. First Responder Plus, freiwillige Ersthelfer und Ersthelferinnen, die Leben retten können. Danke.