Beim Sportzentrum geht es tief runter und hoch hinaus

Bis 2021 wird das Sportzentrum grosszügig erweitert und angepasst. Aktuell steht das Dach der neuen Dreifach-Turnhalle, aber auch der Abbruch des alten Unterkunftsgebäudes an.



Beim Sportzentrum Kerenzerberg findet in den nächsten zwei Jahren eine sehr umfangreiche Veränderung statt. Bis Herbst 2021 wird die komplexe Infrastruktur im Rahmen von 50 Millionen Franken rundum erweitert und erneuert. Dazu gehört eine neue Dreifach-Turnhalle, samt Werkhof sowie ein neunstöckiger Ersatzbau für das bisherige Unterkunftsgebäude. Bereits nach einem Drittel der Bauzeit können die Veränderungen auf der weiträumigen Baustelle erkannt werden. «Im Moment hoffen wir noch auf ein paar schöne Tage vor dem Wintereinbruch», erklärte Walter Hofmann, Betriebsleiter, anlässlich einer Besichtigung auf der Baustelle. Denn noch in diesem Jahr soll das Dach auf gut 11 Meter Höhe der Dreifach-Turnhalle betoniert werden, damit der Innenausbau weitergehen kann. Gleichzeitig werden an allen Ecken und Enden weitere Arbeiten ausgeführt, dazu sind aktuell über 50 Personen auf der Baustelle im Einsatz. Und während es bei der Turnhalle schön in die Höhe geht, soll es beim alten Unterkunftsgebäude bald nach unten gehen. Der alte Bau wird einem insgesamt neunstöckigen «Turm» weichen, dessen unterste Ebene unterirdisch sein wird. «Dies passt zum Konzept, dass die gesamte Infrastruktur künftig unterirdisch und somit immer im Trockenen erreichbar sein wird.»

Bevor der Abbruch des Gebäudes erfolgen kann, werden nun die Räume ausgeschlachtet, damit die unterschiedlichen Materialien nach gesetzlichen Vorschriften entsorgt werden können. Den eigentlichen Abbruch vergleicht Hofmann sinngemäss mit einer Operation am offenen Herzen. «Auch während der dreijährigen Bauzeit wollen wir unseren Gästen so viel Bequemlichkeit wie möglich bieten.» Dazu kommt, dass zum Beispiel der Strom, aber auch die Heizung in den bald 50 Jahren sternförmig von den alten zu den neuen Teilen erweitert wurden. «Die Unterkünfte liegen hier genau in der Mitte, deshalb mussten wir das ganze System neu aufbauen.» Mit einer Versorgung West und Ost soll hier das Problem gelöst werden. Auch an anderen Stellen hat die Baustelle schon für Anpassungen gesorgt. So nächtigen die Gäste seit einigen Wochen in einer Container-Siedlung und der Fitnessraum und die Physiotherapie wurden in eine Turnhalle ausgelagert. «Nicht nur für die Gäste, auch für unsere Mitarbeitenden sind das zum Teil einschneidende Beeinträchtigungen.» Wegen den (zu) grossen Abbruch-Lärmimmissionen werden zum Beispiel die Sportzentrum-Gäste in Vollpension von Mitte Dezember 2019 bis Ende April 2020 im betriebseigenen Hotel Restaurant Kerenzerberg bewirtet. Dieser Umstand bedeutet vorübergehend längere Wege, weshalb es wichtig sei, die Leute immer wieder auf das grosse Ziel aufmerksam zu machen und bei Laune zu halten.


Erfreulich für den Kanton Glarus ist sicher auch, dass der überwiegende Teil der bisher vergebenen Arbeiten von ansässigen Unternehmen ausgeführt werden können. «Der Bau untersteht der Baudirektion des Kantons Zürich, fast alle Arbeitsgattungen mussten nach dem öffentlichen Submissionsgesetz ausgeschrieben werden. Und die Glarner konnten sich erfreulicherweise gegen direkte Konkurrenz durchsetzen.» Der Firma Urs Güttinger Baumanagement AG obliegt die gesamte Bauleitung dieses Projektes. Aber auch in der Folge werde das Sportzentrum mit über 30 000 Übernachtungen und Verpflegung ein wichtiger Aspekt für die Glarner Wirtschaft sein.

Für die nächsten zwei Drittel der Bauphase können nun auch immer wieder einzelne Schritte abgeschlossen werden. So sollen die Dreifach-Turnhalle und Werkhof im Herbst 2020 fertig und einsatzbreit sein. Und pünktlich zum 50-Jahr-Jubiläum soll das gesamte Bauprojekt abgeschlossen sein. «Beides Highlights, die es verdient haben, dass wir sie gebührend feiern.»

*Jürg Huber ist Pressebeauftragter der Glarner Handelskammer