Beitrag von 875 000 Franken an die Sanierung der Sportanlagen Buchholz, Glarus

Der Regierungsrat beantragt dem Landrat, der Gemeinde Glarus einen Beitrag von 35 Prozent an die anrechenbaren Kosten der Sanierung der Sportanlage Buchholz Glarus, Leichtathletikbahn und Fussballplatz, von 2,5 Mio. Franken, maximal 875 000 Franken, zuzusichern.



Sportplatz Buchholz
Sportplatz Buchholz

Ausgangslage

Die Gemeinde Glarus plant unter dem Titel «Gesamterneuerung der Leichtathletikanlage Buchholz» die Sanierung zweier Anlageteile der Sportanlage Buchholz, welche sich im Inventar des Kantonalen Sportanlagenkonzepts (KASAK) befinden. Die Kosten belaufen sich in einer ersten Etappe auf 2,5 Mio. Franken. Dem Bruttokredit hat die Gemeindeversammlung der Gemeinde Glarus Ende November 2015 zugestimmt. Die Gemeinde als Eigentümerin der Liegenschaft ersucht nun um einen Beitrag des Kantons über 950 000 Franken an die Kosten der Sanierung. Gestützt auf die Grundsätze des KASAK ist ein Kantonsbeitrag an eine Sanierung möglich. Es handelt sich dabei jedoch um eine freie Ausgabe, da kein gesetzlicher Anspruch auf solche Beiträge besteht.

Bedeutung der Sportanlage für den Kanton

Die Sportanlagen Buchholz verbinden Generationen und sind ein wichtiger Bestandteil der Sportinfrastruktur für die Glarner Gemeinden, den Kanton Glarus und die weitere Region. Neben der Dreifachturnhalle, der Curlinghalle, der Kunsteisbahn und verschiedenen Rasenplätzen ist die 400-Meter-Leichtathletikbahn eine ihrer Hauptbestandteile. Zur Leichtathletikbahn gehören in erster Linie die Tartanbahn, Einrichtungen für Kugelstossen, Weit- und Hochsprung sowie der Sportrasen. Der Rasen wird zur Hauptsache für Fussball genutzt, weshalb die Anlageteile «Leichtathletikbahn» und «Fussballplatz (Stadion)» im Inventar des KASAK separat aufgeführt sind. Ihnen ist gemäss ihrer jeweiligen sportlichen Bedeutung ein entsprechender Beitragssatz für Kantonsbeiträge zugeordnet.

Als Nutzer der Anlage agieren neben der Schule Glarus und der Kantonsschule vor allem der Glarner Leichtathletikverband (GLAV), der Leichtathletikverein Glarus (LAV), der FC Glarus, der FC Netstal, der FC Linth04 sowie der Glarner Turnverband (GLTV) mit 55 Vereinen und 4000 Mitgliedern im Kanton Glarus. Die Fussballvereine trainieren mit insgesamt 17 Teams im Buchholz, zum Teil mehrmals pro Woche. Auch finden regionale Fussballkurse regelmässig im Buchholz statt. Weiter werden diese offen zugänglichen Teile der Sportanlage tagsüber und an Abenden von zahlreichen Privatpersonen für Individualsport benützt. Sie bieten Raum für individuelle, persönliche Trainings im Breiten- und Spitzensportbereich.

An regionalen und überregionalen Wettkämpfen messen sich Sportler aus allen Altersklassen in den unterschiedlichsten Disziplinen. Kantonale und überkantonale Turnfeste sind auf das Buchholz angewiesen. Regelmässig finden hier der Nachwuchswettbewerb «Schnellste(r) Glarner/-in» und das Kantonale Jugendturnfest statt. Und der GLTV führt seinen Verbandsturntag, den Stafettenabend (Laufdisziplinen) sowie die Sommermeisterschaft um die beste Volleyballmannschaft durch. Das Rasenfeld taugt als Fussballplatz für die zweithöchste Schweizer Spielklasse, die Challenge League, sowie für Cup-Spiele.

Sanierungsbedarf


Die Leichtathletikbahn wurde 1981 erstellt. Sie muss alle zehn Jahre vom Fachverband für die Leichtathletik in der Schweiz, Swiss Athletics, geprüft und neu homologiert werden, damit regionale und nationale Wettkämpfe durchgeführt werden können. 2010 wurde die Anlage nur noch provisorisch für fünf Jahre abgenommen, nach 34 Jahren intensiver Nutzung steht die Anlage damit definitiv am Ende ihrer Lebensdauer.

Die grossen Mängel der Anlage erfordern ein Gesamterneuerungskonzept. Die Höhenprofile variieren stark durch Absenkungen im Untergrund und dem natürlichen Aufbau der Rasenfläche. Ursache dafür ist die defekte Entwässerung der Grünfläche und der Laufbahn. Es ist daher geplant, den Sportrasen und die 400-Meter-Laufbahn mit einer neuen Be- und Entwässerung vollständig neu aufzubauen. Die neue Laufbahn wird nach den aktuellen Normen gestaltet und kann danach wieder homologiert und für nationale Wettkämpfe genutzt werden. Das Rasenfeld wird ebenfalls allen Normen entsprechen und kann neben Fussball weiterhin für Diskus, Speer usw. sowie für polysportive Wettkämpfe genutzt werden. Gemäss Planung der Gemeinde soll im Sommer 2016 mit den Bauarbeiten begonnen werden, damit die erneuerte Anlage im Frühjahr 2017 wieder in Betrieb genommen werden kann.

Kosten und Beitrag


Für die Sanierung der Leichtathletikanlage hat die Gemeindeversammlung Glarus einen Bruttokredit von 2,5 Mio. Franken bewilligt. Dieser Betrag setzt sich wie folgt zusammen:

– Vorbereitungsarbeiten 280 000 Franken
– Leichtathletikbahn 1 360 000 Franken
– Rasenspielfeld 630 000 Franken
– Baunebenarbeiten 230 000 Franken
Total 2 500 000 Franken

Diese Kosten sind im Rahmen eines Vorprojekts durch ein externes Beratungsbüro auf der Preisbasis August 2015 (Kostenschätzung +/- 10%) ermittelt. Die ursprünglich ermittelten Kosten lagen deutlich höher bei rund 4 Millionen Franken. Das Projekt wurde jedoch aus finanzpolitischen Überlegungen redimensioniert. Es wurden klare Prioritäten gesetzt und das Notwendige vom Wünschbaren getrennt.

Unter Berücksichtigung der Aufteilung der Anlage auf die unterschiedliche Einstufung von Fussballplatz und Leichtathletikbahn im KASAK soll dem Gesuch im Umfang 875 000 Franken entsprochen werden, was einem Subventionssatz von 35 Prozent entspricht. Der Kantonsbeitrag an die Sanierung einer Sportanlage gilt als freier Beitrag gemäss Artikel 90 Absatz 1 Buchstabe b der Kantonsverfassung (Ausgabe bis 1 Mio. Fr.). Der entsprechende Entscheid fällt daher in die Kompetenz des Landrates.