Belair – ein Stuhl von horgenglarus und Herzog & de Meuron

2011 spannten das international renommierte Architekturbüro Herzog & de Meuron und die älteste Stuhl- und Tischmanufaktur der Schweiz horgenglarus zusammen, um eine exklusive Stuhlserie für das Volkshaus in Basel zu realisieren. Die erfolgreiche Zusammenarbeit wird nun mit der Lancierung eines neuen Modells fortgeführt – dem eleganten und minimalistischen Stuhl Belair.



Belair – ein Stuhl von horgenglarus und Herzog & de Meuron

Belair ist ein Stuhl, den Herzog & de Meuron gemeinsam mit horgenglarus entwickelte. Die Zusammenarbeit zwischen dem international renommierten Architekturbüro mit Sitz in Basel und der Glarner Stuhl- und Tischmanufaktur begann vor knapp fünfzehn Jahren mit der Gestaltung des Volkshausstuhls für das Volkshaus Basel. Bis auf die Idee der 100 unterschiedlichen Rückenlehnen war er die Reproduktion eines historischen Vorbilds, auf das man damals im Keller des Volkhauses gestossen war. 

Belair: eine gelungene Weiterentwicklung mit eigenem Charakter

Belair ist eine konsequente Weiterentwicklung des historischen Volkshausstuhls. Die wesentlichen stilistischen Merkmale, wie die formschönen Beine und die aussergewöhnlich schmale Stuhlzarge, wurden beibehalten, während auf sämtliche zur Stabilisierung des Volkshausstuhls notwendigen Elemente verzichtet werden konnte. 

Ermöglicht wurde dies durch die spezielle Form des Sitzrahmens aus massivem Bugholz, der an den vier Aufnahmepunkten der Stuhlbeine etwas stärker wird, um so die nötige Stabilität zu gewährleisten. Weil er sich dann aber wieder auf ein Minimum verjüngt, ergibt sich eine fein geschwungene Wellenlinie, die dem Belair auf subtile Art seinen ganz eigenen Charakter verleiht. Das Ergebnis ist ein schöner, filigraner Stuhl, der aus der konstruktiven Logik heraus entstand. Der Belair ist in Buche und Esche erhältlich und bietet verschiedene Oberflächenausführungen, darunter neu «Esche weisspigmentiert geölt» und 9 neue Buche-Decklackfarben.

Wie alle Stühle aus der Manufaktur horgenglarus wird auch der Belair in Glarus mit viel Handarbeit und Know-how sowie dem Einsatz modernster CNC-Fräsen gefertigt. Dabei kommt hauptsächlich Schweizer Holz aus dem Jura zum Einsatz.

Ein erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt

Ascan Mergenthaler, Senior Partner bei Herzog & de Meuron und Projektleiter, betont: «Die Klassiker von horgenglarus benutzen wir seit Jahrzehnten in unseren Projekten und auch in unserem eigenen Büro. Mit dem Belair haben wir nun selbst einen Stuhl entworfen, der eine wichtige Lücke füllt: ein weicher und eleganter Stuhl, ohne überflüssige Schnörkel, inspiriert von den klassischen Stühlen und doch eindeutig zeitgenössisch.»

Auf die Frage, wie der Belair entstand, antwortet Mergenthaler: «Die Idee stand schnell. Im Detail gab es dann allerdings noch viele Feinheiten zu klären, die über zahlreiche Prototypen entwickelt wurden. Hauptsächlich ging es dabei um Proportionen, Linienführung und die endgültige Form der Rückenlehne. horgenglarus haben wir in der Entwicklung als einen sehr kompetenten und geduldigen Partner erlebt, und das sieht man dem Stuhl auch an – kein Gramm Fett zu viel, alles sitzt am richtigen Platz und ist im Detail schön gelöst. 

Rafael Mersmann, bei horgenglarus federführend für die Produktentwicklung, ergänzt: «Die Art der Zusammenarbeit war für uns sehr typisch: Zu einer Idee konnten wir dank unserer Erfahrung eine Vielzahl konstruktiver Inputs geben. Das hat dazu geführt, dass sich letztlich ein einzigartiges Merkmal, eine ganz eigene Form, entwickelt hat. Und schliesslich entstand aus dem Wunsch nach einem besonderen Stuhl am Ende ein Produkt, das perfekt in unser Angebot passt – ein Stuhl, der klar unserer Tradition folgt, gleichzeitig aber sehr modern ist.»

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten für den Belair

Der Belair findet heute nicht nur Platz in der neuen Winery von Bélair-Monange in Frankreich, sondern wird auch in weiteren Projekten von Herzog & de Meuron eingesetzt. Unter anderem im neuen Hauptsitz der Versicherung Helvetia in Basel oder einem Hotel in Bregenz.