Die Feuerwehren von Glarus Süd und Glarus brachten den Brand im Verlauf der Nacht unter Kontrolle. Wegen der abgelegenen Lage dauerten die anspruchsvollen Löscharbeiten bis in die Morgenstunden. Für die Wasserversorgung mussten mehrere Leitungen zum Hotel gelegt werden. Zusätzlich unterstützten Landwirte die Löscharbeiten mit ihren Jauche-Transportfahrzeugen und führten insgesamt rund 20 000 Liter Wasser zum Brandplatz. Rund 70 Feuerwehrleute standen im Einsatz.
Bis zum Wochenende ist eine Brandwache eingerichtet. Wegen immer wieder aufflammender Schwelbrände, insbesondere in der Gebäudeisolation, wird die Brandstelle weiterhin überwacht. Spezialistinnen und Spezialisten der Kantonspolizei Glarus klären die Brandursache ab. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen dazu keine gesicherten Angaben vor.
Grosse Schäden am Hotel und an der Baustelle
Besonders stark betroffen ist der südöstliche, neu erstellte Teil des Hotels. Nach einer ersten Einschätzung müssen Teile des Neubaus einschliesslich der Dachkonstruktion abgebrochen und wieder aufgebaut werden. Auch das Restaurant weist erhebliche Schäden auf. Der ältere Gebäudeteil und die bergseitigen Bereiche sind teilweise erhalten geblieben, jedoch von Russ- und teilweise von Löschwasserschäden betroffen. Eine abschliessende Schadenaufnahme ist noch nicht möglich, wird aber angestrebt, sobald der Brandplatz von den Untersuchungsbehörden freigegeben wird.
Das Berghotel befand sich zum Zeitpunkt des Brandes in einem umfangreichen Ausbauprojekt. Die Wiedereröffnung des erweiterten Hauses für die Wintersaison war in wenigen Wochen geplant. Mit dem Ausbau sollte die Zahl der Zimmer von sieben auf 16 und die Zahl der Betten von 22 auf 42 erhöht werden.
«Es geht weiter»
Der Verwaltungsrat, die Geschäftsleitung und die Eigentümerfamilie Hefti haben sich am Freitag, 2. Oktober, persönlich vor Ort ein Bild von der Situation gemacht und das weitere Vorgehen beraten. Trotz der erheblichen Schäden wollen sie das Projekt und den Betrieb der Bischofalp weiterführen.
«Es geht weiter» – Sämi Hefti, Verwaltungsrat der Bischofalp
In einem ersten Schritt wird gemeinsam mit den Versicherungsgesellschaften und den am Umbau beteiligten Handwerksbetrieben ein detailliertes Schadeninventar erstellt und die Baustatik überprüft und die beschädigten Gebäudeteile gesichert, zurückgebaut oder saniert werden. Die Baustelle wird gegen unbefugtes Betreten gesichert und überwacht.
Notbetrieb für die Wintersaison wird geprüft
Für die bevorstehende Wintersaison prüft das Bischofalp-Team den Aufbau eines provisorischen Betriebs. Vorgesehen ist eine einfache gastronomische Lösung in Form eines Festzelts oder einer «Schirm-Bar» mit Selbstbedienung und einem reduzierten, aber warmen Speiseangebot. Die dafür notwendige Infrastruktur soll – soweit sicher und technisch möglich – aus den erhaltenen Gebäudeteilen oder über ein Containersystem bereitgestellt werden.
Die Bischofalp will zudem möglichst viele Mitarbeitende weiterbeschäftigen. Geprüft wird unter anderem eine Überbrückung über das kantonale Kurzarbeits-Programm. Für einzelne Mitarbeitende zeichnen sich vorübergehende Einsatzmöglichkeiten bei befreundeten Hotelbetrieben ab.
Dank an Einsatzkräfte und Unterstützende
Das Bischofalp-Team dankt den Feuerwehren von Glarus Süd und Glarus sowie allen weiteren Einsatzkräften für ihren Einsatz unter schwierigen Bedingungen. Ein besonderer Dank gilt auch den Handwerksbetrieben, die nach dem Brand bei den ersten Räumungs- und Sicherungsarbeiten unterstützt haben. Die zahlreichen Solidaritätsbekundungen aus der Bevölkerung, von Gästen und aus den sozialen Medien geben dem Team in dieser schwierigen Situation zusätzlichen Rückhalt.
Das Berghotel Bischofalp bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Über die nächsten Schritte und einen möglichen provisorischen Betrieb informiert die Bischofalp laufend auf ihrer Webseite.







