Beschneiungsinfrastruktur «Futuro»

Stellungnahme der Sportbahnen Elm zum Baugesuch.



Wie bereits im September kommuniziert, planen die Sportbahnen Elm den Bau einer Beschneiungsanlage. Ziel des Projekts FUTURO ist die Sicherung der langfristigen, erfolgreichen Weiterexistenz der Sportbahnen Elm. Ohne die Realisierung des Projekts, ist diese infrage gestellt. 80% des Umsatzes werden in den Wintermonaten generiert.

Die Sportbahnen Elm suchten seit Beginn der Projektentwicklung den Kontakt zum Kanton und zu den Umweltorganisationen, um gemeinsam mit ihnen ein umweltverträgliches Projekt zu entwickeln.

Das Resultat der kürzlich erfolgten öffentlichen Auflage des Projekts ist ernüchternd: Gemäss der Einsprache der Umweltorganisationen verstösst das Projekt gegen rund 20 wichtige Gesetzesartikel aus dem Umweltrecht. Die vorgängige Prüfung durch den Kanton hat aber genau diese Gesetzeskonformität bestätigt! Die entsprechenden öffentlich aufgelegten kantonalen Stellungnahmen wurden aber seitens der Umweltverbände nicht beachtet. Der Kanton seinerseits stimmt dem Projekt zu, vorbehältlich der Stellungnahme des Bundes zu den Auswirkungen auf die Schutzziele des Jagdbanngebietes.

Bereits im ersten, am 28. März 2019 publizierten Baugesuch, waren die Gesetzeskonformität und Umweltverträglichkeit im Projekt gewährleistet. Im zweiten, am 7. November 2019 publiziert, wurden unteranderem auf das geplante Speicherbecken im Pleus verzichtet, ein fischfreundlicheres Fassungssystem am Sernf geplant, die Leitungsführungen nochmals kleinräumig verschoben und zusätzliche Ersatzmassnahmen definiert.

Trotz allen erwähnten und bereits früher durchgeführten Anpassungen – wie teilweise grossräumige Verschiebungen der Leitungen zur Schonung von Flachmooren und Murmeltierbauten, haben WWF, Pro Natura und Birdlife unter Federführung des WWF Einsprache erhoben. Die Einsprache ist aus Sicht der Sportbahnen Elm nicht nur erstaunlich, sondern auch ärgerlich und enttäuschend. Der Baubeginn wird dadurch erneut verzögert. Besonders gross ist die Enttäuschung, weil Umweltverbände von der ersten Minute an über das Projekt informiert und aufgefordert wurden, ihre Anliegen einzubringen. So wurde auch das Pflichtenheft zum Umweltverträglichkeitsbericht, in dem alle notwendigen Abklärungen definiert werden, mit den Umweltverbänden sowie den kantonalen Behörden besprochen. Es verwundert jetzt, dass nun plötzlich erheblich mehr Abklärungen gefordert werden, die im Verlauf der verschiedenen Sitzungen mit den Umweltverbänden nie zur Sprache gekommen sind.

 

Abgesehen davon gehen diese teilweise weit über die Ansprüche hinaus, welche die einschlägigen gesetzlichen Vorgaben vorsehen. Angesichts der Tatsache, dass in der Einsprache zudem viele Punkte als fehlend bemängelt werden, die jedoch im Baugesuch eingehend beschrieben und deren Gesetzesmässigkeit belegt sind, lässt Zweifel aufkommen, dass die Einsprache nicht durch die Vertreter der Umweltverbände im Kanton Glarus erstellt worden ist, sondern aus der Zentrale des WWF stammt. Dafür spricht auch der Umstand, dass die Einsprache das Fehlen zahlreicher Mitberichte und Bewilligungen des Kantons bemängelt, die aber mit dem Gesuch 30 Tage lang öffentlich und für jedermann einsehbar bei der Gemeinde Glarus Süd aufgelegen sind! Für die lokal ansässigen Umweltverbände wäre es ein Leichtes gewesen, die aufgelegten Dokumente einzusehen. Weiter gilt es festzuhalten, dass die bemängelten Fakten zur Restwassermenge nicht zutreffend sind. So wird die Restwassermenge im UVB detailliert hergeleitet, hat bereits die Prüfung durch die kantonalen Fachstellen durchlaufen und wurde dort als ausreichend und gesetzeskonform beurteilt. Erstaunlich sind auch die Vorwürfe, dass der ökologische Ersatz ungenügend und die Bilanzierung der Naturwerte fachlich falsch hergeleitet seien. Auch dieser Einsprachepunkt ist haltlos, da die Bilanzierung sich vollumfänglich auf die Vorgaben des Kantons Glarus hält, was derselbe in seiner Stellungnahme auch bestätigt hat. Der Behauptung schliesslich, dass die Beschneiung zum Verschwinden seltener Pflanzenarten führen wird, sei die Tatsache entgegengesetzt, dass auf dem bereits 2002 beschneiten Flächen ähnlich viele seltene Pflanzen vorkommen wie im angrenzenden Gebiet.

Die einzige Problematik, mit der die Sportbahnen Elm schon seit geraumer Zeit leben müssen, ist, dass das gesamte Skigebiet zwar in einem touristischen Intensivgebiet (Intensiverholungsgebiet/Wintersportzone gemäss kommunalem Nutzungsplan) liegt, aber gleichzeitig auch Teil des ältesten Jagdbanngebiets der Schweiz ist. In diesen Gebieten werden durch den Mensch ausgelöste Störungen eingeschränkt. Eine weitere zukunftsfähige Entwicklung der Sportbahnen Elm mit diesem raumplanerischen Zwist ist schwierig. Um eine Lösung zu finden, stehen das zuständige Departement für Bau und Umwelt des Kantons Glarus und das Bundesamt für Umwelt bereits seit längerer Zeit in Kontakt. Alle Parteien sind sich einig, dass dieser Widerspruch aufgehoben werden muss.

Die Sportbahnen Elm hoffen, dass eine einvernehmliche Lösung gefunden wird, damit die für die Sportbahnen Elm und damit dem Überleben dieses Tourismuszweiges wichtige und von der Landsgemeinde beschlossene Stärkung der Infrastruktur im Sernftal realisiert werden kann.