Bettagskonzert in Näfels

Dass sich der Organist Niklaus Stengele und der Blockflötist Markus Meier entschieden haben, zum Bettagskonzert in die baulich und akustisch prachtvolle St. Hilarius nach Näfels einzuladen, war erfreulich, willkommen und versprach kenntnisreich Interpretiertes, kunstvolles Spiel und Musik aus der Barockzeit, die gar «ohrwurmverdächtig» Ist. Diesen Klängen folgt man gerne, man wird rundum verwöhnt, der Genussfaktor ist hoch. Niklaus Stengele und Markus Meier kennt man als kreative Programmgestalter und gar versiert und sorgsam gestaltende Musiker.




Die verteilten Programme nährten diese Vorfreude. Man las die Namen von Dietrich Buxtehude (ca 1637 – 1707), Georg Philip Telemann (1681 – 1767), Johann Pachelbel (1653 – 1706), Johann Sebastian Bach (1685 – 1750), Joseph Haydn (1732 – 1809) und Giovanni Paolo Simonetti (um 1750) und tauchte damit in eine Epoche ein, die man gernhaben muss. Vieles ist so voller Harmonien, Lieblichem, zuweilen Dramatischem, leicht Protzigem. Es kommen grosse Verspieltheiten, Lieblichkeiten, Tanz, Fordern, Frohlocken, Verweilen und Enteilen auf. Man lässt sich gerne mittragen.

Niklaus Stengele interpretierte mit dem Beginn dieses wahrlich kurzweiligen und wechselreichen Begegnens  das Präludium in g – Moll von Buxtehude, anfänglich sehr temporeich, raumfüllend, festlich, mit zuweilen wirbliger Oberstimme. Und bereits in diesen Momenten merkte man problemlos, weshalb die Orgel als «Königin der Instrumente» betitelt ist. Niklaus Stengele ist ein gar profunder Kenner, er registriert variantenreich, gestaltet stimmungsvoll und riesig einfühlend aus. Mit seinem hingebungsvollen Spiel lässt er Platz für Besinnlichkeit, Freude, Staunen, für viel Anteilnahme. 

Und Markus Meier stellte sein hohes Können, sein kunstreiches, virtuos – wirbliges Spiel, sein riesiges Einfühlungsvermögen im überzeugenden Miteinander im Concerto in d – Moll für Blockflöte und obligate Orgel gar überzeugend vor. Sein Gestalten klang erfrischend festlich, fröhlich, verspielt, dann wieder enorm feierlich auf. Das Vermischen der beiden Stimmen war attraktiv, hörte sich ohne Einschränkungen einfach  elegant und formschön an.

Nur in ganz schnellen Passagen war der Nachhall deutlich spürbar, derartige Momente kamen selten auf. Die Akustik dieses Kirchenraums ist faszinierend. Und über eine ganze Stunde hinweg wurde man richtiggehend verwöhnt. Gerne folgte man diesem enorm  wechselreichen Spiel. Man genoss Innigkeit, Ruhe, Verweilen, stürmisches Enteilen; nahm mit Staunen wahr, wie gut das immer gelang, ohne spürbare Anstrengungen, mit einer Leichtigkeit, die wirklich schön und erhaben ist.

Der herzliche Beifall hatte eine Zugabe zur Folge. Man trug diese Töne mit und zog den Abschied noch etwas hinaus, indem im Hilarisaal zum Verweilen eingeladen worden war..