Bevölkerung beobachtet und meldet Wasseramseln

Letzten Frühling rief das Naturzentrum Glarnerland im Rahmen des Weltwasserjahrs 2013 die Bevölkerung auf, Beobachtungen von Wasseramseln zu melden. Nun wird Bilanz gezogen.



Wasseramsel-Küken im Mooskugelnest. (© Sarah Ward Krause / pixelio.de)
Wasseramsel-Küken im Mooskugelnest. (© Sarah Ward Krause / pixelio.de)

59-mal meldeten naturinteressierte Glarnerinnen und Glarner aus allen drei Gemeinden ihre Wasseramsel-Begegnungen 2013. Die spannende Lebensweise des Vogels war dabei immer wieder Thema ihrer Erzählungen. Viele der Vögel wurden bei der Futtersuche für ihre Jungen und bei ihren spektakulären Tauchmanövern im fliessenden Wasser beobachtet.

Linth als gutes Beobachtungsgewässer


Über die Hälfte der gemeldeten Beobachtungen gelangen an der Linth, entlang dieser führen Erholungswege und damit gute Beobachtungsmöglichkeiten. Eifrige Wasseramseln wurden aber beispielsweise auch an Sernf, Durnagel, Brummbach, Chrauchbach, Mülibach, Meerenbach, Rütelibach oder Sägebach gesichtet. Die höchste Beobachtung gelang auf über 1500 m ü. M. Auf der Suche nach neuen Revieren steigen Wasseramseln an den Bachläufen entlang teils viele Kilometer weit in die Berge auf. Die höchstgelegene Brut in der Schweiz wurde auf 2500 m ü. M. festgestellt. Die Daten aus dem Aufruf ergänzen das bestehende Wissen über das heutige Vorkommen des Singvogels und bestätigen, dass dieser erfreulicherweise an zahlreichen Glarner Bächen angetroffen werden kann.

In Schweizer Datenbank erfasst


Die Meldungen wurden vom Team des Naturzentrums Glarnerland in der kantonalen Datenbank für Tier- und Pflanzenbeobachtungen eingetragen und Ende Jahr an die nationale Vogel-Datenbank weiter geleitet. Der Dank der Schweizerischen Datenverantwortlichen gibt das Naturzentrum gerne an die Glarner Bevölkerung weiter, welche Jahr für Jahr mit wachsamen Augen wertvolle Natur-Beobachtungen meldet.

Bald kommt der Nachwuchs


Zwischen Februar und Juli brüten die Wasseramseln. Dabei beansprucht jedes Wasseramsel-Paar einige Hundert Meter Flusslauf für sich. Wer in den nächsten Wochen aufmerksam der Linth entlang spaziert, kann also mit etwas Glück Wasseramsel-Paare bei der Nahrungssuche im Wasser oder beim Füttern beobachten und vielleicht sogar einen Blick auf eines der kugeligen Moosnester am Uferrand mit putzigen Jungvögeln darin erhaschen.

Ausstellung über Wasservögel


Die Wasseramsel ist zwar die einzige tauchende Singvogelart, aber bei Weitem nicht der einzige Wasservogel im Glarnerland. Den Winter verbringen zahlreiche Wasservogel-Gäste aus dem Norden bei uns. Noch bis Ende März gibt die Kleinausstellung «Über, auf und unter Wasser – im Reich der Wasservögel» im Naturzentrum Glarnerland Einblicke in die gefiederte Wasserwelt. An Präparaten kann dort die eigene Artenkenntnis aufgefrischt und draussen an der Linth, am Walensee oder Fabrikweiher Niederurnen vertieft werden. An Erlebnis-, Forscher- und Spielstationen können Gross und Klein mit allen Sinnen ins Reich der Wasservögel eintauchen.

Kontaktadresse für weitere Meldungen sowie Ausstellungsort


Infostelle Naturzentrum Glarnerland, im Bahnhofsgebäude Glarus
Öffnungszeiten: Di.- bis Fr. 14.00 – 17.30 Uhr, Sa. 10.00 – 12.00 Uhr, Eintritt frei.
E-Mail: [email protected], Telefon: 055 622 21 82,
www.naturzentrumglarnerland.ch