Bildung und Umweltschutz Hand in Hand – «Child Aid Papua»

Jonas Müller aus Näfels kämpft mithilfe seiner Organisation «Child Aid Papua» für mehr Bildung, Gesundheit und den Schutz der bedrohten Umwelt auf dem indonesischen Inselarchipel West Papua. Momentan auf Heimaturlaub im Glarnerland, nützt er diese Zeit, um den Menschen sein Projekt näher zu bringen und Geld zu sammeln für ein neues Bildungszentrum in Raja Ampat.




Der Inselarchipel Raja Ampat gehört zu West Papua und zählt zu den artenreichsten Meeresregionen auf der Welt. Hier findet man über 1400 Fischarten, den grössten Mangrovenwald weltweit und verschiedenste Korallenarten. Die Zerstörung macht aber auch vor diesem Paradies nicht halt. Plastikabfälle verschmutzen die Strände, es wird mit Dynamit gefischt und Regenwald wird abgeholzt, um für Palmölplantagen Platz zu machen. Mit seiner Organisation «Child Aid Papua» sensibilisiert Jonas Müller im indonesischen Tauchparadies Raja Ampat die einheimischen Kinder für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung.

Bildung gegen Umweltzerstörung

In der von Jonas Müller aufgebauten Schule lernen die Kinder spielerisch, wie sie ihre Umwelt schützen können. Sie erfahren mithilfe des Buches «Ocean Warrior», weshalb Plastik ein Problem für Mensch und Natur ist und was sie dagegen tun können. So werden viele einsame Strände von Plastikabfällen, die vom Meer angespült wurden, gesäubert. Im Lernzentrum in Sawinggrai erfahren die Kinder aber nicht nur, wie sie ihre Umwelt schützen können, sondern lernen auch Englisch, Mathematik oder Geografie. Dies ist wichtig, damit sie sich gegen die Grosskonzerne wehren können, die mit dem kurzfristig einträglichen Massentourismus aus West Papua ein zweites Bali machen möchten. Jeden Tag versammeln sich rund 20 bis 30 Kinder zum täglichen Lernen in dem auf Pfählen gebaute Lernzentrum. Abends, wenn die Stromversorgung funktioniert, finden Präsentationen zu Themen wie Meeresforschung, Überfischung, gesunde Ernährung, oder Körperhygiene statt. Sie werden von Kindern, aber auch von Erwachsenen besucht.

Salzwasserkrokodile und der Glaube der Einheimischen

Die Leute in Raja Ampat leben sehr einfach und bescheiden. Für die Einheimischen ist es völlig normal, dass in der Nähe der Dörfer regelmässig grosse Salzwasserkrokodile gesichtet werden. Der Mythos der Einheimischen besagt, dass diese Tiere ursprünglich Menschen sind, welche mit ihrer Magie jegliche Gestalten annehmen können. Aus diesem Grund dürfen sie nicht umgebracht werden. Eines Tages kam so ein Krokodil in die Nähe eines Schnorchlers. Ein Fischer in der Nähe sah das und verpasste dem Krokodil mit seiner Holzukulele einen Schlag über den Kopf. Der Schnorchler wurde nicht aus dem Wasser gerufen, er durfte weiter seinem Hobby nachgehen. Der Fischer erzählte Jonas am nächsten Tag, dass er genau wisse, wer in diesem Krokodil gesteckt habe. Bei seiner Rückkehr ins Dorf am Abend habe nur ein Mann Kopfschmerzen gehabt.

Projekt des Vereins

Rund 450 Interessierte strömten am Donnerstagabend in die Novalishalle in Näfels, um von Jonas Müller mehr über die Projektarbeit von «Child Aid Papua» zu hören.

Sobald die Finanzierung steht, möchte der Verein ein neues, stabileres und grösseres Lernzentrum bauen. Das Land dazu wurde dem Verein für die nächsten 25 Jahre vertraglich überschrieben. Dies kann nicht als selbstverständlich angeschaut werden und zeugt von der hohen Akzeptanz von Jonas Müller und seiner Organisation bei der einheimischen Bevölkerung. Momentan läuft das Crowdfunding für dieses Vorhaben.

Um das neue Jahr gebührend zu begrüssen, offerierte das Kulturforum Brandluft, welches diesen Anlass organisiert und ermöglicht hat, die Anwesenden zu einem feinen Apèro.

Child Aid Papua

Für mehr Informationen          https://www.makeadifference.ch/
Für Spenden                            Glarner Kantonalbank // IBAN: CH13 0077 3000 5545 04168