Mit Stolz und Selbstbewusstsein die «BIO-Knospe» präsentieren

Rund 60 Mitglieder von BIO Glarus hielten Rückschau auf das vergangene Jahr 2019. Dieses war wiederum geprägt von den Kapriolen der Witterung. Trotzdem dürfen die Glarner BIO-Betriebe bei angespannter Wirtschaftslage auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Das zeigt sich in der ungebremsten Nachfrage nach BIO-Produkten. Erfreulich entwickelt sich das BIO Glarus-Projekt mit dem «Glarner BIO-Brot». Die Saat mit Ur-Dinkel ist ausgelegt und man darf gespannt auf die erste Ernte und in Folge auf das erste Glarner BIO-Brot warten.




Zur 28. Hauptversammlung konnte BIO Glarus-Präsident Richi Bamert nebst den rund 60 anwesenden Mitgliedern illustre Gäste, unter ihnen Jürg Schenkel, Leiter Marketing Bio Suisse, Claudio Gregori, Vorstandsmitglied von BIO SUISSE und Präsident von Bio GRISCHUN sowie Fritz Waldvogel, den höchsten Mann vom Glarner Bauernverband, begrüssen. Präsident Bamert führte trotz anfänglichen technischen Problemen ruhig und souverän durch die zwölf Punkte umfassende Traktandenliste. Das ausführliche Protokoll von Aktuarin Sandra Hefti und die sauber geführte Jahresrechnung 2019 von Kassiererin Ramona Zentner passierten problemlos die Hürde der Versammlung. Unter dem Traktandum «Wahlen» wählte die Versammlung die in Benken SG wohnhafte Andrea Glaus in den BIO Glarus-Vorstand. Sie ersetzt das langjährige und äusserst verdiente Vorstandsmitglied Barbara Sulzer, welche ihrerseits vom Bio Glarus-Vizepräsidenten Walter Schnyder verdiente Ehrung für ihre grossartige, uneigennützige Arbeit für den Verein fand. Für das Jahr 2020 hat sich Vorstand wiederum einiges ausgedacht. Im Zentrum stehen offene Stalltüren, Grillabende, Basisabende, Kontaktpflege zu anderen Mitglieder-Organisationen und Öffentlichkeitsarbeiten. Das Thema «Biodiversität» steht genauso im Zentrum wie die Auftritte von BIO Glarus im Herbst anlässlich der Glarner Messe.

Schnee an der Fahrt und an der Landsgemeinde

Wettertechnisch hatten die Glarner Biobauern vor allem mit dem kalten Frühjahr zu kämpfen. Insgesamt war das Jahr 2019 allerdings trotzdem eines der fünf wärmsten überhaupt. In seinem ausführlichen Jahresbericht liess BIO Glarus-Präsident Bamert das vergangene Vereinsjahr nochmals Revue passieren. Bei seinem hochinteressanten, meteorologischen Streifzug durch die Wetterkapriolen im Jahr 2019 wies er nochmals auf deren Folgen auf BIO-Produkte hin. Am prägnantesten waren die Schneefälle just an der Näfelser Fahrt und anlässlich der Landsgemeinde, wo die Protagonisten im und auf dem Ring sich eher mitten im Winter wähnten, als im Frühling. Aber auch die Ende Juni ausserordentlich hohe Nullgradgrenze, verbunden mit einer anhaltenden Hitzewelle waren wiederum Segen für eine effiziente Heuernte, andererseits eine Herausforderung für die Käselagerung auf den Alpen.

Biologische Landwirtschaft ist nicht klimaschädlicher

Es gilt die positiven Auswirkungen der Biolandwirtschaft auf unser Klima hervorzuheben. Der Verzicht auf Importsoja und auf leicht lösliche Stickstoffdünger. Auch die Speicherung von Kohlenstoff im Humus sollte mehr Berücksichtigung erhalten. Bei der Milchproduktion wirkt sich die Limitierung von Kraftfutter positiv auf die Klimabilanz aus. Unsere Kühe sollten an dem gemessen werden, wofür sie hier in den Bergen gehalten werden, nämlich das für den Menschen unverwertbare Gras in Milch und Fleisch umzuwandeln. Rinderherden auf Weiden haben zudem einen positiven Einfluss auf den Humusgehalt und somit auf die Kohlenstoffspeicherung im Boden. Gerade im Glarnerland sollte die Bevölkerung das Potenzial der Naturwiesen für die Welternährung und als Kohlenstoffspeicher im Klimaschutz nie ausser Acht lassen.

Ungebremste Nachfrage nach Bio-Produkten

Wie schon im letzten Jahr erhielt Biolandbau im Glarnerland auch im letzten Jahr einen kräftigen Schub. Neue Betriebe haben sich bei BIO SUISSE angemeldet. Der Schweizer Milchmarkt zeigt regelmässig wiederkehrende, saisonale Mengen- und somit auch Preisschwankungen. Die Produzentenpreise bilden diese Schwankungen direkt ab, während die Konsumentenpreise für Schweizer Milchprodukte sich in den letzten Jahren stabilisiert haben. Dasselbe ist auch im Bio-Fleischsegment eingetroffen, beim Natura beef bio gibt es eine kleine Delle von März bis Juli. Der Höchstwert war im Oktober zu verzeichnen. Natura Veal ist dagegen das ganze Jahr hindurch weiterhin gesucht mit ebenfalls für die Bauern verlockenden Preisen vor allem im Herbst.

Am Schluss der ruhig verlaufenen Hauptversammlung überbrachten Jürg Schenkel, Leiter Marketing vom der BIO SUISSE, die neuesten Informationen aus dem Dachverband und das Bündner BIO SUISSE-Vorstandsmitglied Claudio Gregori überbrachte Grüsse vom Nachbarkanton. Dabei appellierte Gregori an die Glarner Bio-Bauern, das Level mit der «Knospe» mit Stolz und Selbstbewusstsein zu präsentieren».