Zwanzig Bio Landwirte aus dem Kanton Glarus und Umgebung suchten für die Abdeckung der aktuellsten Informationen am Donnerstag, 16. April, den «Stadthof» in Glarus auf.
Gerade das Traktandum Klimaschutz Diesel traf den Nerv der Anwesenden. Kritisch hinterfragten sie die Erläuterungen zum umweltschonenden Diesel, verfolgten aber die Argumente bis hin zur möglichen Sammelbestellung über Bio Glarus.
Gamechanger-Treibstoff
Der Geschäftsführer der New Prozess AG, Harald Klein, stellte mit KSHVO 100 ausführlich die Option einer Umstellung auf nachhaltigen Diesel vor. Durch den Input eines Bauern, der bereits mit HVO arbeitet, gelangte Klein nach Glarus. «Der HVO 100 Klimaschutz Diesel ist eine ökologische Alternative, die für jedem Dieselmotor sofort eingesetzt werden kann», so Klein nach seiner Einführung in das Thema erneuerbare Energien.
Mit Treibhausgas-Emissionseinsparungen von bis 90%, reduziertem Schadstoffausstoss sowie der Herstellung aus nachwachsenden Rohstoffen, erscheint der Klimaschutz Diesel wie ein Gamechanger in der Energiepolitik.
HVO steht für «Hydrotreated Vegetable Oil» und besteht aus wasserstoffbehandelten Pflanzen-Ölen. «Es wird aus Abfällen von nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und steht in keiner Konkurrenz zu Futter- oder Nahrungsmitteln», betont Harald Klein. Aus verschiedenen ölhaltigen Ausgangsmaterialien – Abfallfette, Reststoffe oder Pflanzenöle – wird durch Hydrierung (hohem Druck) und Isomerisierung (Modifizierung der Molekülstrukturen), Destillierung und Reinigung ein Dieseltreibstoff.
In der EU bereits seit zehn Jahren eingesetzt und gefördert, ist der Klimaschutz Diesel in der Schweiz noch wenig bekannt. Mittlerweile gibt es landesweit jedoch um die fünfzig Tankstellen (Vergleich EU 16 600) die den umweltfreundlichen HVO anbieten.
10 Jahre haltbar
HVO zeichnet eine hohe Lagerfähigkeit auf, sodass New Prozess darauf eine zehnjährige Garantie gibt. Hohe Motorenverträglichkeit, Kreislaufwirtschaft und Zertifizierung – Schlagwörter, welche die Verbraucher überzeugen sollten. Mit durchschnittlich zwischen 15 und 20 Rappen höherem Literpreis kann eine Reduktion des CO2-Fussabdruckes von minus 85% erzielt werden.
Die zahlreichen Botschaften und Analysen zur Nachhaltigkeit hinterfragten die Glarner Bio Bauern kritisch.
Dennoch fanden sich Interessierte, die im Anschluss an die Veranstaltung über eine koordinierte Sammelbestellung diskutierten.
Wiesellandschaft
Lina Bitterlin von Pro Natura Graubünden zeigte eine interessante Variante zur Bekämpfung von Wühlmäusen auf. «Im Projekt Wiesellandschaft 2024–2027 möchten wir gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten die Lebensräume von Hermelin und Mauswiesel aufwerten und vernetzen», sagt Bitterlin unter anderem über Mithilfe bei der Erstellung von Stein- oder Asthaufen. Hermelin und Mauswiesel halten als flinke Mäusejäger die Wühlmausbestände in Schach. 50 bis 100 Mäuse vertilgt eine Hermelinmutter mit sechs Jungen wöchentlich!
Kontrollsystem
Der bio inspecta-Regionalleiter Graubünden, Simon Raguth Tscharner, zeigte Kennzahlen, Dienstleistungen und Grundlagen des Kontrollwesen auf. Die zu kurze Stallpräsenz und der extrem hohe bürokratische Aufwand bei Kontrollen wurde seitens Zuhörenden angeprangert. Aussicht auf Verschlankung der Richtlinien stellte Rahel Beglinger von Bio Suisse, betont jedoch diesen hochkomplexen Prozess.
Mit den aktuellsten Informationen der Delegiertenversammlung – wie dem Ja zum Spermasexing ab 2027 oder der Einführung der Bio Cuisine in Coop Restaurants – belieferte abschliessend Präsident Richi Bamert die Anwesenden.








