Bombenstimmung an der letzten Ländler-Weihnacht

Im Rahmen der 44. Ausgabe der beliebten Ländler-Weihnacht im «Schützenhaus»-Saal in Glarus erlebte das zahlreich anwesende Publikum ein Wechselbad der Gefühle. Fünf Ländler-Musik-Topformationen sowie die Silvester-Scheller aus Ennenda sorgten in weihnachtlichem Ambiente für eine Bombenstimmung. Gleich einer Bombe schlug während es abends ein Statement von OK-Präsident Köbi Kamm ein, indem dieser dem konsternierten Publikum mitteilte, dass es künftig keine Ländler-Weihnacht mehr gäbe, es sei denn, man würde ein Nachfolge-OK finden.




Eigentlich begann die 44. Ausgabe der Ländler-Weihnacht wie immer. In aufgeräumter, fröhlicher Stimmung und in weihnachtlich geschmücktem Ambiente erlebten die vielen Freunde von Ländler-Musik am vergangenen Samstagabend im pumpenvollen «Schützenhaus»-Saal in Glarus einen Abend voller Emotionen und Überraschungen.

Zurück zum Ursprung

Genau am selben Ort begann vor 38 Jahren die Erfolgsgeschichte der Ländler-Weihnacht. Spiritus Rektor dieser Veranstaltung war der bekannte Schwyzer Örgeler Ernst Jakober aus Glarus, der mit seiner Idee damals Furore machte. Der Anlass wurde von Jahr zu Jahr grösser, sodass man ins damalige SGU ausweichen musste. Bis zu 1500 Ländler Musik-Fans fanden jedes Jahr den Weg nach Näfels und feierten in vorweihnachtlicher Stimmung Top-Ländler-Musik-Formationen aus der ganzen Schweiz. 10 Jahre lang organisierte Köbi Kamm leidenschaftlich und mit viel Herzblut, so wie man ihn kennt, gemeinsam mit seinem OK-Dreamteam die Ländler-Weihnacht. In dieser Zeit sorgten sie alle dafür, dass das SGU wieder zu jenem Glanz kam, den es verdient. Verschiedene Umstände und Ereignisse haben leider dazu geführt, dass die Erfolgsgeschichte «Ländler-Weihnacht» am letzten Samstagabend ein abruptes Ende nahm. «Ich muss Ihnen leider mitteilen, dass die Ländler-Weihnacht nach dem heutigen Abend nicht mehr stattfindet», lautet das kurze Statement von OK-Präsident Kamm. «Wir waren auf der Suche nach einem Nachfolge-OK, leider, leider erfolglos und haben die in uns gesteckten Ziele leider nicht erreicht», erklärte ein sichtlich enttäuschter Köbi Kamm. «Die Ländler-Weihnacht darf nicht sterben. Wir würden ein Nachfolge-OK gerne unterstützen», lautete sein Schlusssatz!

«Zogä äm Bogä» bis in den frühen Morgen

Die Hiobsbotschaft von OK-Präsident Kamm trübte anfangs die tolle Stimmung von vorher. Nichtsdestotrotz ging der Abend weiter mit dem schmissigen und fetzigen Ländler-Quartett «Berner Örgeliplausch», dem sensationellen Ländler Trio «Echo vum Urnerländli» mit ihrem Echo vom Kinzig-Sound, das Schwyzer Örgeliquartett «Mosi-Musig», der Appenzell-Innerrhoden-Ländler-Kapelle «Rondom» sowie dem «Echo vom Bärärang» einen schwungvollen, urchigen und ausserordentlich gemütlichen Abend. Es wurde getanzt wie der Lump am Stecken. Für einen phonstarken Auftritt sorgten die Silvester-Scheller aus Ennenda.