«Brauchtum und Tradition liegen mir am Herzen»

Die Grosstaler Älpler- und Bauernchilbi in Linthal fand am Wochenende zum zehnten Mal statt. Eine gute Gelegenheit, mit dem langjährigen Präsidenten des OKs über Vergangenes und Zukünftiges zu sprechen.




Herr Stüssi, was ist das Besondere an der diesjährigen Chilbi?

Wir haben zum ersten Mal eine Trachten- und Dirndl-Modenschau. Die Idee hierzu hatte Theres Hefti aus Mitlödi. Sie ist allgemein für die Unterhaltung und auch die Verlosung der Sachpreise verantwortlich. Sie hat das hervorragend organisiert!

Können Sie mir sagen, warum sie schon solange Präsident sind? Und welche Aufgaben übernehmen Sie im Speziellen?

Ich habe viel Freude an der Kultur und dem Brauchtum. Mir gefällt die Musik und das ganze Drum-herum. Meine Aufgaben sind vielseitig. Letzten Endes habe ich die Aufsicht darüber, dass alles läuft. Und ich kümmere mich auch darum, dass Gäste kommen und natürlich suche ich Sponsoren. Ohne diese könnten wir die Chilbi nicht realisieren. Aber es braucht viele Helfer, zum Beispiel die Landfrauen und den Männerchor, die Chlausschellner und einige vom Gewerbeverein.


Wo kommt eigentlich die Tradition der Chilbi her?


Ursprünglich war das die Kirchweihe. Jede Kirche ist einem Heiligen geweiht und zusammen mit der Kirche wurde immer am zweiten Wochenende im Oktober das Erntedankfest gefeiert und für eine gute Ernte und einen unfallfreien Alpsommer gedankt. Der Chilbitanz als solches diente dann dazu, dass sich die unverheirateten jungen Männer und Frauen kennenlernen und sich vielleicht einige Zeit später verlobten. Der Markt diente dann noch dazu, dass die Bauern ihre Waren verkaufen konnten.


Und wo liegt der Ursprung der Grosstaler Älpler- und Bauernchilbi in Linthal?


Wir wollten vor zehn Jahren das Chilbi-Sterben aufhalten und haben daher von vorne alles angepackt. Wollten aber neue Impulse geben. Letzten Endes machen wir eigentlich gar nichts Neues, wir holen nur das hervor, was es früher schon gegeben hat und natürlich möchten wir diesen Anlass auch touristisch nutzen.


Das führt mich gut zur nächsten Frage. Wer kommt denn alles auf diese Chilbi?


Natürlich viele Bauern und Älpler und sonst natürlich alle, die Freude an der Musik und dem Brauchtum haben. Wenn wir allerdings alle drei Jahre den grossen Brauchtumsumzug veranstalten, ist das auch für die Touristen eine grossartige Attraktion. Denn dann laufen gut 500 Personen mit, aber auch Kühe und Schafe, manchmal sogar Schweine und Pferdekutschen. Und es werden Trachten aus dem ganzen Kanton vorgeführt. Vom kleinsten Kind bis zur 80-jährigen Grossmutter laufen dann alle mit. Dort wird den Leuten gezeigt, wie die bäuerliche Alpbewirtschaftung und allgemein bäuerliches Dasein funktioniert. Aber auch alte, heute seltene Handwerke werden demonstriert. Doch wegen dem Klausenrennen müssen wir diesen Grossanlass auf nächstes Jahr verschieben. Dann feiern wir auch unser 11-Jahr-Jubiläum, auch wenn wir keine Fastnachtsgesellschaft sind.


Herr Stüssi, vielen Dank für das Gespräch.