Braunwald feiert den Nationalfeiertag

In Braunwald wurde wie in der ganzen Schweiz der 1. August gebührend gefeiert. Lockte tagsüber die Tell-Stafette in das autofreie Dorf zum Wandern, so kamen am Abend viele Besucher auf die Bahnhofterrasse, um die schon legendäre Beleuchtung des Ortsstocks mitzuerleben.




Vom Gumen aus starteten auch dieses Jahr wieder viele Familien aus dem Grossraum Zürich zur Tell-Stafette, aber auch Einheimische und Urlauber machten mit. Von 10.00 bis 14.00 Uhr konnten die einzelnen Gruppen starten. Symbolträchtig mit einem Apfel gestärkt, ging es über den Seblengrat zum Mattwald und schliesslich ins Grotzenbüel.

Ein Spiel für die ganze Familie


Unterwegs waren an den jeweiligen Posten Geografie- und Florakenntnisse gefragt, und Kinder konnten beim Tannenzapfenschiessen und Bergseilschwingen punkten. Am Ziel der Stafette angekommen, probierten sich grosse und kleine Schützen beim Armbrustschiessen und schliesslich wartete ein erfrischendes Glace auf alle Teilnehmenden. Bei idealem Wanderwetter ging es denn auch nicht um Schnelligkeit, sondern um das Geniessen der Glarner Bergwelt.

Der Dorfverein Braunwald sowie die Jungendgruppe sorgten dann mit ihrem Abendprogramm für eine gebührende Feier. Ihrer Einladung waren noch mehr Besucher als im letzten Jahr gefolgt. Ein spezielles Kinderprogramm begeisterte die Kleinsten und auch das musikalische Aufgebot durch das Trio Waldgeist und die Harmoniemusik Elm sorgte für beste Stimmung. Nach dem Singen der Nationalhymne hielt Gemeinderat Kurt Reifler die schon erwartete Festrede zum Geburtstag der Schweiz.

Aufruf zu Willen und Taten


Er äussert sich dabei im Wesentlichen um Werte wie Willen und Taten, denn diese hätten die Schweiz stark gemacht, müssten aber auch heute noch gelebt werden. Es gebe, vor allem im Blick über den Tellerrand, viel Grund dankbar zu sein. Freie Meinungsäusserung und Gleichberechtigung sind nur einige der Errungenschaften, von denen «unsere Mitmenschen auf diesem Planeten träumen». Jedoch haben «Willen und Taten des einzelnen Menschen nicht nur Auswirkungen auf das persönliche Leben, sondern auch für die Gesellschaft und das Gemeinwesen». Reifler nennt hierzu konkrete Beispiele wie die Teilnahme an politischen Prozessen wie Gemeindeversammlungen und Abstimmungen, aber auch das Engagement in Vereinen, deren wichtige Rolle der Gemeinderat herausstreicht. Es gelingt ihm, die Zuhörer aufzurütteln und er appelliert an die Selbstverantwortung jedes Einzelnen: «Nutzen wir unsere Rechte, bringen wir den Willen auf und lassen Taten folgen, bestimmen und gestalten wir mit.»

Gegen 22.00 Uhr werden die Fackeln für das Schweizerkreuz auf dem Ortsstock entfacht. Es sind magische und ruhige Momente, als der Berg immer wieder rot und gelb in den Augusthimmel leuchtet – eine würdige Feier.