Braunwald-Standseilbahn AG: Kanton sichert Liquidität – Verwaltungsrat handelt und analysiert die Ursachen

Nach Verlusten in den Vorjahren und einem erwarteten Fehlbetrag im laufenden Jahr steht die Braunwald-Standseilbahn AG vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Der Kanton leistet im Zuge seiner Bestellerpflicht finanzielle Soforthilfe. Der Bahnbetrieb und dessen Sicherheit sind durch die finanziellen Herausforderungen nicht betroffen: Die Bahn fährt sicher und zuverlässig, sicherheitsrelevanter Unterhalt ist nach wie vor gewährleistet.



Braunwald-Standseilbahn AG: Kanton sichert Liquidität – Verwaltungsrat handelt und analysiert die Ursachen

Nach Verlusten von rund 1,5 Millionen Franken (2024) und rund 1 Million Franken (2025) sowie einem erwarteten Fehlbetrag in der Grössenordnung von rund 2 Millionen Franken für 2026 steht die Braunwald-Standseilbahn AG finanziell vor einer erheblichen Herausforderung. Unmittelbar nach Kenntnis der finanziellen Lage im Frühjahr 2026, nach Abschluss des Geschäftsjahres 2025, hat der Verwaltungsrat umgehend gehandelt, den Kanton als Besteller informiert und in die Lösungsfindung eingebunden. Wie es zu dieser Entwicklung kommen konnte, ist Teil der nun im Auftrag des Regierungsrates eingeleiteten Analyse.

Verschiedene Herausforderungen

Nach heutigem Kenntnisstand ist der drohende Liquiditätsengpass auf mehrere Faktoren zurückzuführen. So müssen die Abgeltungen des Bundes und des Kantons an die Erbringerin des Angebotes des öffentlichen Verkehrs nach Braunwald zwei Jahre im Voraus verbindlich festgelegt werden, das heisst: spätere Kostenentwicklungen können nicht mehr geltend gemacht werden und belasten direkt das Betriebsergebnis. Konkret musste das Budget für 2025 und 2026 bereits Ende April 2024 eingereicht werden. Sowohl für das Jahr 2025 als auch für das Jahr 2026 resultieren Verluste, da die Kosten höher waren und die Erlöse geringer als 2024 erwartet. Zudem liegt der Unterhalts- und Investitionsbedarf der Bahn deutlich über den bisherigen Planungsannahmen.

Weiter gab es in der operativen Führung zwischen 2024 und 2026 markante Wechsel. Eine neu eingesetzte Geschäftsleitung arbeitet aktuell an den erforderlichen Veränderungsmassnahmen. Relevant für die Kosten des Betriebes war der frühere Entscheid, lediglich eine Teilerneuerung mit klar definiertem Umfang der Bahn umzusetzen und keine Gesamterneuerung zu tätigen. Der Verwaltungsrat musste demzufolge trotz der Ertüchtigung einzelner Infrastrukturen weitere sicherheitsrelevante Investitionen freigeben, obwohl der finanzielle Spielraum eng war.

Liquidität und Bahnbetrieb gesichert

Der Regierungsrat gewährt in einem ersten Schritt im Rahmen der gesetzlich verankerten Bestellerpflicht für den öffentlichen Verkehr eine Finanzhilfe von 600 000 Franken. Damit ist der öffentliche Verkehr nach Braunwald ohne Unterbruch sichergestellt. Der Bahnbetrieb und dessen Sicherheit sind durch die finanziellen Herausforderungen hiervon nicht betroffen.

Massnahmen eingeleitet

Der Verwaltungsrat analysiert nun die Ursachen, die zu dieser Situation geführt haben. Gleichzeitig erstellt der Verwaltungsrat eine neue Investitions- und Unterhaltsplanung für eine nachhaltige Finanzierung. Für die Jahre 2027 und 2028 wird ein neues Budget für die Erbringung des öffentlichen Auftrages zur Erschliessung von Braunwald – basierend auf der aktualisierten Kosten-, Investitions- und Erlösplanung in Abstimmung mit dem Kanton und dem Bundesamt für Verkehr – ausgearbeitet. Die neuen Berechnungen sind Bestandteil der neuen Budget/Offerteingabe, die bis im Herbst eingereicht wird.