Braunwald zukunftsgerichtet erschliessen

Die Erschliessung ist der Lebensnerv von Braunwald! Sie muss aus technischen, wirtschaftlichen und raumplanerischen Gründen komplett neu gedacht werden. Eine zukunftsgerichtete Erschliessung kann sich nicht in der Modifikation der heutigen Standseilbahn erschöpfen – zu hoch sind die Risiken, zu gering der daraus erwachsende Mehrnutzen.




«Die IG Braunwald fordert einen transparenten Entwicklungsprozess, in den die Braunwalder/-innen auf Augenhöhe einbezogen werden. Sie schlägt eine Entflechtung von Personen- und Warentransport sowie ein modulares, alle Ortsteile von Braunwald umfassendes Erschliessungskonzept vor. Die Vision: ein wirklich autofreies Braunwald», informierte Hansjürg Kessler an einer Medienorientierung im Forum im Linthpark Glarus Süd ausführlich über die Vorstellungen einer zukünftigen Erschliessung von Braunwald. Wie er erklärte, werde 2027 die Konzession der heutigen Braunwaldbahn auslaufen, aber noch schwerer wiege allerdings, dass sich sowohl Berg- als auch Talstation in der Gefahrenzone «rot» bzw. einem Rutschgebiet befinden. Zudem muss sie bis 2023 barrierefrei sein, was sehr schwer zu realisieren sei. «Deshalb muss die Erschliessung aus wirtschaftlichen, technischen und auch raumplanerischen Gründen komplett neu geplant und projektiert werden», betonte Kessler weiter. Wie er ergänzend ausführte, stehe die Bevölkerung hinter der IG und man habe am Gewerbehock vor 14 Tagen ein durchaus positives Echo erhalten.

Zukunft von Braunwald sichern

«Braunwald braucht eine sichere und jederzeit funktionierende Erschliessung für die ständigen Bewohner, für die Ferienhausbesitzer und wichtig auch für die Touristen.» Mit der vorgeschlagenen Lösung sind die Vertreter der IG überzeugt, eine zukunftsorientierte Idee zu präsentieren. Vorgesehen ist für den Personentransport eine neue Zehner-Gondelbahn mit einer kontinuierlichen Transportkapazität. Zusätzlich eine neue Strasse, welche von der wintersicheren Klausenstrasse abzweigt. Diese als Transportweg für schwere Lasten und als zusätzliche Sicherung für Zeiten, in denen die neue Gondelbahn nicht benutzt werden kann. (weitere Details dazu entnehmen Sie dem angehängten Pdf-File). «Sicher ist, Braunwald bleibt auch bei unsern Lösungsansätzen autofrei!»

Kosten für einen Ersatz der Standseilbahn?

«2016 wurden für den Ersatz der Standseilbahn Baukosten von etwa 28 Millionen Franken veranschlagt. Schon ein Blick auf die Webseite des Schweizerischen Seilbahnverbandes 7 lässt vermuten, dass dieser Betrag völlig unrealistisch ist», erwähnte Kessler zu den zu erwartenden Kosten. Seit den Abklärungen für das Entwässerungsprojekt Braunwald wisse man um den geologisch höchst anspruchsvollen Untergrund, den die Standseilbahn zu durchqueren hätte und auch das Beispiel der eingangs erwähnten Standseilbahn am Stoos (88 Mio Franken) lasse vermuten, dass hier wohl eher mit Kosten von 70 Millionen Franken oder noch mehr zu rechnen sei, führte er weiter aus. «Die Kosten für eine neue Gondelbahn werden zwar nur einen Bruchteil der Kosten für den Standseilbahnersatz ausmachen, ganz wesentlich ins Gewicht fallen diejenigen für eine Strassenerschliessung. Man kommt um eine Gegenüberstellung der Varianten nicht herum.»

Dringender Handlungsbedarf

Im Anschluss an die Präsentation von Kessler betonte Hans-Peter Keller, VR-Präsident Spinnerei Linthal AG, dass er dieses Vorgehen und die Idee vollumfänglich unterstütze. «Es ist wichtig und sehr dringend, dass die Behörden in Glarus nun das aufnehmen, was von der IG vorgeschlagen wird und diese Optionen ernsthaft prüfen.» Die Chancen seien für Braunwald nach wie vor sehr gross, aber es müsse vermehrt ein Querdenken stattfinden und man müsse mit der Glarner Bevölkerung diese gute Option vertiefend diskutieren. «Wird das Angebot entsprechend generiert, entwickelt sich auch die Nachfrage, dazu muss aber die notwendige Infrastruktur, sprich optimale Erschliessung, vorhanden sein.»