Budget 2019: Glarus investiert in die Gemeindeentwicklung

Der Gemeinderat Glarus hat das Budget 2019 zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet. Bei einem Gesamtertrag von 54,54 Millionen Franken und einem Gesamtaufwand von 54,72 Millionen Franken resultiert im Budget ein Aufwandüberschuss von 186 000 Franken. Die Umsetzung verschiedener Investitionsprojekte führt zu höheren Abschreibungen (+ Fr. 0,62 Mio.). Da ein allfälliger Aufwandüberschuss in der Jahresrechnung 2019 vollständig durch das Eigenkapital gedeckt werden könnte, beantragt der Gemeinderat einen unveränderten Steuerfuss von 63 Prozent. Die Gemeindeversammlung wird am 30. November 2018 über Budget und Steuerfuss befinden.




Weitere Umsetzung der Entwicklungsplanung 

Die Gemeinde Glarus befindet sich nach Jahren der Planung in der Umsetzungsphase, was sich auch im Budget 2019 zeigt: es sieht Netto-Investitionen im Umfang von 14,7 Millionen vor. Grosse Projekte wie die Erneuerung der Primarschulanlage Netstal, der Wärmeverbund Glarus 2 (Schulhaus und Turnhalle Buchholz, Feuerwehrgebäude Buchholz, Betriebsgebäude Sportanlage Buchholz) und der bauliche Unterhalt des Gemeindestrassennetzes bilden dabei die Hauptpositionen. Die Abschreibungen im Verwaltungsvermögen belaufen sich auf 5,57 Millionen, der Cashflow auf 4,4 Millionen. 

Beibehaltung Kennzahlenfokus 

Mit einer stabilen Bilanz, einem tragbaren Fremdkapitalbestand, einem Pro-Kopf-Vermögen von gut 100 Franken und einer moderaten Steuerlast liegen die zentralen Kenn-zahlen auch im Budget 2019 mehrheitlich über den definierten Mindestwerten. Da der budgetierte Cashflow zur Deckung der vorgesehenen Investitionen nicht ausreicht, fällt der Selbstfinanzierungsgrad im Budget 2019 tief aus (30%). Die Entwicklung der zentralen finanziellen Steuerungsgrössen (siehe Anhang: Finanzkennzahlen: Mehrjahresentwicklung und Vergleich Budget/Ist) zeigt indes auf, dass es das in den vergangenen Jahren erarbeitete finanzielle Polster zulässt, die geplanten Investitionen zu tätigen. 

Wichtigste Ausgaben im Vorjahresvergleich 

Tieferer Personalaufwand (- 0,35 Mio.) hauptsächlich infolge der Lohndifferenzen zwischen austretenden und neueintretenden Lehrpersonen. 

Der Sach- und übrige Betriebsaufwand (+ 0,27 Mio.) wird durch 0,64 Mio. budgetierter baulicher Unterhalt betreffend Sanierung 1. + 2. Etappe Deponie Allmeind Glarus einmalig im Budget 2019 beeinflusst. 

Ansteigende Abschreibungen (+ 0,62 Mio.) infolge Umsetzung der geplanten Investitionen. 

Zunahme Transferaufwand (+ 0,49 Mio.) durch erstmalige Berücksichtigung der Aufwandzunahme und der Ertragsminderung aus dem revidierten innerkantonalen Finanzausgleich (+ 0,58 Mio.). 

Höherer Steuerertrag (+ 0,5 Mio.) aufgrund der Vorjahreszahlen. 

Infolge Kantonalisierung der bisherigen kommunalen Vermittlerämter zur neuen kantonalen Schlichtungsbehörde per 1. Juli 2018 entfällt diese Aufwandposition im Budget 2019 gänzlich (im Geschäftsjahr 2017 hat die Kostenstelle 12006 «Rechtssprechung/Vermittleramt» Netto-Kosten von total 34 119 Franken verursacht). 

Das Budget 2019 enthält analog den beiden Vorjahren keine generellen Lohnerhöhungen. Für individuelle, leistungsabhängige Lohnanpassungen wurden 244 000 Franken ins Budget eingestellt. 

Trotz der grossen Investitionsprojekte weist das Budget 2019 nur einen kleinen Aufwandüberschuss aus (siehe Anhang: gestufter Erfolgsausweis). Das operative Ergebnis der Gemeinde kann bereits im Budget nahezu ausgeglichen gestaltet werden. Die vor vier Jahren definierten Entlastungsmassnahmen kombiniert mit der hohen Ausgabendisziplin zahlen sich nach wie vor aus. 

Finanzplan 2020–2023 

Die Gemeinde ist und bleibt gefordert, ihren Finanzhaushalt im Gleichgewicht zu halten, dies speziell vor dem Hintergrund der geplanten Investitionen. Der Finanzplan 2020–2023 zeigt dabei auf, dass sich Glarus die aktuell hohe Investitionstätigkeit in die Entwicklung der Gemeinde grundsätzlich leisten kann, ohne die stabile Finanzlage nachhaltig zu gefährden (siehe Anhang: Kennzahlen Budget 2019 und Finanzplan 2020–2023). Dazu werden allerdings die politische Diskussion über die Prioritäten der Investitionstätigkeit und die Finanzierung der grössten Infrastrukturprojekte (z.B. Umsetzung Hochwasserschutz oder Sanierung Oberstufenzentrum Buchholz) via befristetem Bausteuerzuschlag nötig sein. Das Instrument des Bausteuerzuschlages ist auf Kantonsstufe seit Langem bekannt. Voraussichtlich wird die Landsgemeinde 2019 über die Einführung des Instruments des Bausteuerzuschlages auch für die Gemeinden entscheiden. 

Auf der Homepage der Gemeinde Glarus (www.gemeinde.glarus.ch) stehen unter dem Menüpunkt Politik / Gemeindeversammlung 30. November 2018 alle Detailunterlagen zum Budget 2019 der Gemeinde Glarus elektronisch zur Verfügung.