Budget 2020 mit leichtem Aufwandüberschuss und höheren Investitionen

Der Gemeinderat von Glarus Nord legt der Gemeindeversammlung vom 22. November 2019 ein Budget mit einem Aufwandüberschuss in der Höhe von 0,36 Mio. Franken vor. Vorgesehen sind im Jahr 2020 Nettoinvestitionen in der Höhe von 30,6 Mio. Der Steuerfuss soll 65,5% und der neue Bausteuerfuss 1,5% betragen. Der Finanzplan zeigt für die Gemeinde herausfordernde Zeiten an.



Das Budget sieht bei einem Gesamtaufwand von 81,34 Mio. Franken einen betrieblichen Ertrag von 79,85 Mio. vor. Das Ergebnis aus Finanzierung beträgt 1,1 Mio. Abzüglich weiterer ausserordentlicher Erträge von 0,05 Mio. verbleibt ein leichter Aufwandüberschuss in der Höhe von 0,36 Mio. Franken. Gegenüber dem Budget des Vorjahres ist dies eine Verbesserung um 1,1 Mio. Der Aufwand steigt gegenüber dem Budget 2019 um 5,02 Mio. Auf der Ertragsseite rechnet die Gemeinde im Vergleich zum Budget 2019 mit zusätzlichen Einnahmen von 6,2 Mio. Franken. 

Höhere Steuereinnahmen ermöglichen zusätzliche notwendige Investitionen 

Der Sach- und Betriebsaufwand steigt um 1,8 Mio. Franken. Der Personalaufwand erhöht sich um 1,2 Mio., wobei vor allem der Aufwand im Ressort Bildung um 0,64 Mio. zunimmt. Der Bereich Bau und Umwelt verzeichnet einen Anstieg von 0,5 Mio., was auf zusätzliche Dienstleistungen und Honorare an Dritte sowie zusätzliche Massnahmen beim Unterhalt zurückzuführen ist. Die erfreuliche Zunahme der Steuereinnahmen ermöglicht der Gemeinde zudem zusätzliche Investitionen: Bei den Liegenschaften sollen zusätzliche 1,1 Mio. in den baulichen Unterhalt investiert werden. Dadurch können verschiedene dringende Investitionen in sanierungsbedürftige Objekte wie Schulhäuser, Turnhallen usw. geleistet werden. Die Kosten der Bereiche Wald und Landwirtschaft, Gesundheit, Jugend und Kultur sowie Sicherheit sind stabil resp. sogar leicht sinkend. Auch reduziert sich der Verwaltungsaufwand im Bereich Bildung. Letztlich sind zudem Abschreibungen von zusätzlich 0,8 Mio. zu erwarten. 

Leichte Anpassungen beim Steuerfuss / Herausfordernder Finanzplan 

Wie der Gemeinderat die Stimmberechtigten bereits an der Budget-Gemeindeversammlung des Vorjahres informierte, ist für eine dauerhaft ausgeglichene Rechnung sowie die Erfüllung aller anstehenden Investitionsbedürfnisse erneut eine leichte Anpassung des Steuerfusses notwendig. Während der Steuerfuss um 0,5% erhöht werden soll, ist für die beiden Grossprojekte Sanierung und Erweiterung lintharena sgu (1%) sowie Neubau Schulhaus Linth-Escher (0,5%) erstmalig auch eine Bausteuer vorgesehen. Diese Beiträge sind zweckgebunden für die beiden Projekte zu verwenden. Die Anpassung ist tiefer als im vergangenen Jahr vom Gemeinderat prognostiziert: Dieser ging nach einer ersten Analyse im vergangenen Jahr ursprünglich von einer Erhöhung des Steuerfusses von 2% sowie der Einführung einer Bausteuer von 2% aus. 

Der Finanzplan prognostiziert für die Folgejahre 2021–2024 jeweils leichte Ertrags- resp. Aufwandüberschüsse. Diese Werte hängen jedoch stark mit der Frage zusammen, wann die anstehenden Grossprojekte (Schulraumbedarf, Hochwasserschutzprojekte, Personenunterführung Näfels-Mollis, Werkhof, Neubau Wasserreservoir, GWP-Projekte, Strassensanierungen usw.) realisiert werden. Während der Selbstfinanzierungsgrad gemäss HRM2 infolge des hohen Investitionsbedarfes sinkt, steigt die Investitionstätigkeit. Die sehr vielen und grossen Investitionen in den Folgejahren stellen für die Gemeinde Glarus Nord folglich weiterhin eine Herausforderung dar. Ebenso bleibt es für den Gemeinderat oberste Priorität, die Kostendisziplin in der Gemeinde Glarus Nord ungebrochen hoch zu halten.